Wetter "brodelt wie im Kochtopf": So geht es mit dem Sommer weiter

Von Monika Hillemacher

Offenbach - Es blitzt, donnert und regnet: Der Sommer 2021 ist ein Gewitter-Sommer.

Tiefschwarze Gewitterwolken verdunkeln den Himmel über der Frankfurter (Main) Innenstadt.
Tiefschwarze Gewitterwolken verdunkeln den Himmel über der Frankfurter (Main) Innenstadt.  © Arne Dedert/dpa

Der Meteorologe Markus Übel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach vergleicht die Wetterlage mit einem Kochtopf: "In der Luft sind viel Energie und Feuchtigkeit. Es beginnt zu brodeln, irgendwann platzen die Blasen."

Das tun sie - wettermäßig - seit etwa Mitte Juni.

Warme Luftmassen über dem Boden würden auf breiter Front in die Höhe gedrückt, wo sie abkühlen.

Der Spätsommer verwöhnt die Sachsen weiter, doch das Wetter schlägt bald um!
Wetter Der Spätsommer verwöhnt die Sachsen weiter, doch das Wetter schlägt bald um!

Daraus entstehende Wolken wachsen zu Gewitterkomplexen, die sich vielerorts mit Starkregen entladen, wie der Meteorologe am Samstag erläuterte.

Daran wird sich in den kommenden Tagen wenig ändern!

Es bleibt unbeständig. Während es nordöstlich der Elbe bei Temperaturen um die 30 Grad heiß wird, brauen sich über Baden-Württemberg die nächsten Unwetter zusammen. Es drohen Gewitter und Starkregen.

Die Unwetter ziehen der DWD-Vorhersage zufolge etwa von Dienstag an Richtung Norden weiter.

Autos stehen im Hochwasser, nachdem die Aisch im bayrischen Neustadt am Freitag über die Ufer getreten ist.
Autos stehen im Hochwasser, nachdem die Aisch im bayrischen Neustadt am Freitag über die Ufer getreten ist.  © Daniel Karmann/dpa
Eine überflutete Straße im Ortsteil Mühlhausen im Landkreis Konstanz. Nach Unwettern mit Starkregen waren dort am Donnerstag weite Teile des Orts überschwemmt.
Eine überflutete Straße im Ortsteil Mühlhausen im Landkreis Konstanz. Nach Unwettern mit Starkregen waren dort am Donnerstag weite Teile des Orts überschwemmt.  © -/Freiwillige Feuerwehr Mühlhausen-Ehingen/dpa
Ein vollgelaufener Keller nach einem Gewitter mit Starkregen am 4. Juli im baden-württembergischen Karlsbad.
Ein vollgelaufener Keller nach einem Gewitter mit Starkregen am 4. Juli im baden-württembergischen Karlsbad.  © Fabian Geier/Einsatz-Report24/dpa
Blitze entladen sich am 22. Juni am Nachthimmel über Grasbrunn in Bayern.
Blitze entladen sich am 22. Juni am Nachthimmel über Grasbrunn in Bayern.  © Matthias Balk/dpa

Überdurchschnittlich viel Regen

Dass der diesjährige Sommer als Gewitter-Sommer wahrgenommen wird, erklärt Markus Übel mit der Verteilung von Blitz und Donner. "Sonst gehen Gewitter eher punktuell nieder. Viele Menschen bekommen es deshalb nicht mit, wenn es im Nachbarort kracht."

Das sei diesmal anders: Sowohl kräftige Niederschläge als auch Gewitter und wechselhaftes Wetter gehörten zu einem Sommer dazu. Verglichen mit den beiden vorangegangenen sehr trockenen Jahren "kommen einem die Niederschläge aber viel vor", räumt er ein.

Bislang habe es zwar überdurchschnittlich geregnet. Von einem Rekord will Übel aber nicht sprechen. "Da ist noch Luft nach oben."

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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