Wetterdienst-Chef: Heftige Unwetter sind Folge des Klimawandels

Von Martin Oversohl

Konstanz/Stuttgart - Die geballten Gewitter der vergangenen Tage sind nach Ansicht des Meteorologen Uwe Schickedanz eine Folge des Klimawandels.

Ein abgesoffenes Auto steht in der überfluteten Autounterführung am Österreichischen Platz in Stuttgart. Ein starkes Unwetter ist über weite Teile Baden-Württembergs hinweggezogen und hat dabei große Schäden angerichtet.
Ein abgesoffenes Auto steht in der überfluteten Autounterführung am Österreichischen Platz in Stuttgart. Ein starkes Unwetter ist über weite Teile Baden-Württembergs hinweggezogen und hat dabei große Schäden angerichtet.  © Andreas Rosar/dpa

Die Unwetter passten in das Bild, das Klimaforscher zeichnen, mit sommerlicher Abwechslung zwischen Dürre und Starkregen-Ereignissen, sagte der Leiter des Deutschen Wetterdienstes dem Südkurier.

Gewitterlagen wie die der vergangenen Tage seien in der Heftigkeit zwar immer noch ein relativ seltenes Ereignis. "Aber auch ich habe den Eindruck, dass sie in dieser Heftigkeit häufiger geworden sind. Sie sind aber noch nicht so häufig, dass wir statistisch sagen könnten, es ist mehr geworden", so Schickedanz.

Anders sei das beispielsweise bei der Schneehöhe im Schwarzwald, die in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen sei.

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"Gewitter leben von Hitze unten und Kälte oben, weil die Temperaturunterschiede sehr groß sind", erklärte der Meteorologe. Die Gefahr extrem heftiger Gewitter nehme daher mit steigenden Temperaturen laufend zu, solange es zudem auch feucht sei.

"Je mehr Wärme ich habe, umso heftigere Gewitter habe ich. Mehr Wärme entsteht auch durch die Erwärmung des Klimas", sagte Schickedanz. Die vergangenen drei sehr trockenen Jahre seien aber trotz des Klimawandels gewitterarm gewesen.

Großraum Stuttgart und die Kreise Reutlingen und Calw besonders von Unwetter betroffen

In den vergangenen Tagen waren wiederholt Unwetter über Baden-Württemberg hinweggezogen und hatten hohen Schaden verursacht. In der Nacht zum Dienstag stürzten Bäume um, Straßen wurden überflutet und Keller liefen voll.

Landesweit waren nach Angaben des Innenministeriums rund 4000 Einsatzkräfte im Einsatz, bei der Polizei im Land gingen rund 1100 Notrufe ein. Besonders betroffen von dem Unwetter waren demnach der Großraum Stuttgart und die Kreise Reutlingen und Calw.

Titelfoto: Andreas Rosar/dpa

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