Diese Rentner lässt der Regionalverkehr einfach stehen

Weil gerade gebaut wird, ist die bequemere Haltestelle derzeit außer Betrieb.
Weil gerade gebaut wird, ist die bequemere Haltestelle derzeit außer Betrieb.

Pulsnitz - Und plötzlich fährt der Bus nicht mehr. Die Senioren der Gemeinde Lichtenberg sind stinksauer auf die Behörden und den Regionalverkehr Dresden (RVD).

Weil es im Nachbarort Leppersdorf eine Baustelle gibt, wurde kurzerhand die Buslinie gekappt. Die 1500-Seelen-Gemeinde Lichtenberg zieht sich als Straßendorf recht in die Länge.

Es gibt einen Bäcker und eine Kirche - für Lebensmittel, Arzt, Apotheke oder Frisör ist man auf die Buslinie 309 angewiesen, welche in die Nachbarstädte Pulsnitz oder Radeberg führt.

Anwohnerin Monika Kaiser: „Über Nacht wurde eine Umleitung eingerichtet. Nur noch eine Haltestelle am Ende des Dorfes wird bedient.“

Nach straffen Fußmärschen steht diesen abgehängten Lichtenbergerinnen nicht gerade der Sinn.
Nach straffen Fußmärschen steht diesen abgehängten Lichtenbergerinnen nicht gerade der Sinn.

Besonders für die vielen betagten Bürger im Ortsteil Kleindittmannsdorf eine Plage.

Kaiser: „Das bedeutet einen Fußmarsch von weit über einem Kilometer, mit Rollator dauert das schon mal eine Dreiviertelstunde in dieser Hitze.“

Dass die Haltestellen nicht bedient werden können, begründet der RVD mit mangelnden Wendemöglichkeiten. Außerdem sei das im Vorfeld mit den Betroffenen abgestimmt worden.

„Aber nicht mit uns“, sagt Mario Reiß vom Ordnungsamt der Stadt Pulsnitz, welche die Verwaltung von Lichtenberg übernimmt. „Wir haben es erst mitbekommen, als der Bus nicht mehr fuhr.“

Der Bürgermeister von Lichtenberg schrieb einen Brief an den RVD - er wollte auf die verschiedenen Wendemöglichkeiten im Dorf hinweisen. Eine Antwort erhielt er nie. RVD-Sprecher Volker Weidemann: „Bei der angegebenen Telefonnummer ging ja nie jemand ran.“

Leidtragende dieses Kommunikations-Desasters sind die Senioren. Wenn die Straße in etwa zehn Tagen wieder freigegeben wird, haben sie in den letzten vier Wochen viele Nerven verloren.

Fotos: Thomas Türpe


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