Wie schrecklich: Darum müssen jährlich 90.000 Rehkitze sterben

Bad Nauheim - 90.000 tote Jungtiere pro Jahr! Eine erschreckende Zahl, die nicht nur Tierfreunden Tränen in die Augen treibt. Doch tatsächlich sterben jährlich mindestens so viele Rehkitze aufgrund der Wiesen-Mahd

Der süße Reh-Nachwuchs muss dringend vor den großen Mähdreschern geschützt werden (Symbolbild).
Der süße Reh-Nachwuchs muss dringend vor den großen Mähdreschern geschützt werden (Symbolbild).  © dpa/Patrick Seeger

Die Zahlen präsentierte der Landesjagdverband Hessen erst kürzlich. Nun fordert der Verband laut Informationen von HitRadio FFH eine engere Zusammenarbeit von hiesigen Jägern und Landwirten. So sollen die Waidmänner einen Tag vor Beginn der Mäharbeiten informiert werden, um das entsprechende Gebiet nach Jungtieren abzusuchen.

Weiter Hilfsmittel könnten auch sogenannte Wildreflektoren sein, wie Matthias Müller vom Naturschutzbund (NABU)-Kreisverband Fulda gegenüber HitRadio FFH mitteilte. Mit diesen auf den Wiesen angebrachten Reflektoren sei es möglich, die Ricken dermaßen zu irritieren, dass sie ihren Nachwuchs aus den Wiesen locken. Um die Gewöhnung der Tiere zu vermeiden, sei es aber wichtig die Elemente erst einen Tag vor Mähbeginn zu platzieren.

Ein Anmähen der Wiesenfläche sei darüber hinaus ein ebenfalls effektives Mittel, um die Tiere auf eine bevorstehende Gefahr vorzubereiten. Auch die Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel, wie fliegender Drohnen samt Wärmebildkamera, könne bei der Suche nach im Gras versteckten Rehkitzen helfen.

Und auch freiwillige Helfer werden händeringend gesucht. Die Initiative "Kitzrettung-Hilfe: Gemeinsam gegen den Mähtod" bietet das nötige Rüstzeug, um möglichst viele Jungtiere vor einem grausamen Schicksal zu retten. Auch der LJV Hessen ruft zur freiwilligen Hilfe auf.

Die Retter sollen überwiegend die Wiesen vor der Mahd ablaufen und gefährdete Kitze unter Anleitung eines Jägers aus der Gefahrenzone tragen.


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