Hilfe! Die Reichsbahn reißt uns aus dem Schlaf

VMS-Chef Harald Neuhaus (58) ist selbst nicht überzeugt von der momentanen Lösung.
VMS-Chef Harald Neuhaus (58) ist selbst nicht überzeugt von der momentanen Lösung.

Von Torsten Schilling

Leipzig - Über den Reichsbahn-Charme der Zugverbindung nach Leipzig lästern nicht nur die Chemnitzer wie die Chefin der Kunstsammlungen Ingrid Mössinger. Einwohner von Liebertwolkwitz gehen gegen den Krach der DDR-Waggons auf die Barrikaden.

Einwohner von Liebertwolkwitz bei Leipzig haben die Ohren voll. „Mehr als 100 Familien werden jede Nacht aus dem Schlaf gerissen, weil Züge mit ohrenbetäubendem Lärm durch den Ort donnern“, sagt Ortsvorsteher Roland Geistert (66, Wählervereinigung).

Anlass des Ärgers sind die Züge, die seit Dezember zwischen Chemnitz und Leipzig verkehren. Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) hat die Strecke bis 2023 an die Mitteldeutsche Regiobahn vergeben.

Ortsvorsteher Roland Geistert und Brigitte Herrmann ärgern sich über Bahnlärm auf der Strecke von Chemnitz nach Leipzig.
Ortsvorsteher Roland Geistert und Brigitte Herrmann ärgern sich über Bahnlärm auf der Strecke von Chemnitz nach Leipzig.

Die setzt Waggons der DDR-Reichsbahn ein. „Das ist sicher nicht optimal“, räumt mittlerweile VMS-Chef Harald Neuhaus (58) ein.

Auch die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (54, SPD) hat Mängel an den Zügen ausgemacht. Und Ingrid Mössinger, die Direktorin der Kunstsammlungen, schimpft: „Der Zug rumpelt laut tönend, weil er keinen Schallschutz hat.“

„Der Bahnbetreiber will mit uns reden“, so Ortsvorsteher Geistert: „Wir fordern einen besseren Lärmschutz oder Geschwindigkeitsbegrenzungen. Gibt es keine Lösung, müssen rechtliche Schritte eingeleitet werden.“

Fotos: André Kempner, Sven Gleisberg


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