Polizist von Reichsbürger erschossen, zwei weitere verletzt

In Georgensgmünd erschoss ein Reichsbürger einen Polizisten, zwei weitere Beamte wurden verletzt.
In Georgensgmünd erschoss ein Reichsbürger einen Polizisten, zwei weitere Beamte wurden verletzt.  © DPA

Nürnberg - Wegen Mordes an einem Polizisten muss sich der sogenannte Reichsbürger Wolfgang P. aus Georgensgmünd bei Nürnberg bald vor Gericht verantworten.

Das Landgericht ließ die Anklage in vollem Umfang zu, wie ein Justizsprecher am Montag sagte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49-Jährigen Mord und versuchten Mord sowie gefährliche Körperverletzung vor. Die Hauptverhandlung soll Ende August stattfinden.

Der "Reichsbürger" hatte bei einem Routine-Einsatz im vergangenen Oktober auf Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) geschossen. Ein 32 Jahre alter Beamter wurde dabei getötet, zwei weitere wurden verletzt.

Bei dem Einsatz am 19. Oktober 2016 sollten die Waffen des Jägers beschlagnahmt werden, weil er bei den Behörden als nicht mehr zuverlässig galt. Laut der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth habe der Angeklagte mit dem Polizeieinsatz gerechnet und sich entsprechend vorbereitet. Durch eine Glastür soll er er aus dem Hinterhalt elf Schüsse abgefeuert haben. Dabei wurden drei Beamte verletzt, einer davon tödlich. Aufgrund der Sachlage geht die Staatsanwaltschaft vom "Mordmerkmal der Heimtücke" aus.

Abgesehen von dem Reichsbürger wird auch gegen einen Polizisten (50) ermittelt. Es bestünde der Verdacht der "Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen". Demnach habe der Beamte die Gefahr vor dem Einsatz erkannt, habe damit gerechnet, dass der Angeklagte von seinen Waffen Gebrauch machen würde. Diese Kenntnisse habe er aber nicht entsprechend weitergegeben. Die Staatsanwaltschaft sieht darin eine Pflichtverletzung. Am 23. November 2016 wurde der 50-Jährige vom Dienst suspendiert.

Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an. Sie sprechen Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide.

Titelfoto: DPA


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