Für sie gibt es keine Verfassung, sie glauben weiter an das Deutsche Reich

Auch in Thüringen häufen sich die Fälle, welche unmittelbar mit den sogenannten Reichsbürgern zu tun haben (Symbolbild).
Auch in Thüringen häufen sich die Fälle, welche unmittelbar mit den sogenannten Reichsbürgern zu tun haben (Symbolbild).  © DPA Symbolbild

Weimar/Erfurt - "Es handelt sich eben nicht um harmlose Spinner" - mit dieser Aussage meint Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) das wirken der sogenannten Reichsbürger, welche sehr gefährlich werden können.

Reichsbürger leugnen die Existenz der Bundesrepublik und glauben an einen Fortbestand des Deutschen Reiches, meist in den Grenzen von 1937.

Sie legen nach Einschätzung der Thüringer Informationsstelle vom Weimaer Landesverwaltungsamt Behörden lahm, fertigen Fantasie-Ausweise an und bedrängen Beamte. Deshalb seien sie ein ernstzunehmendes Problem. Wöchentlich würden zwei bis drei Anfragen von Kommunen oder Landratsämtern eingehen, wie der zuständige Koordinator in Erfurt sagte.

Nach dem aktuellen Verfassungsschutzbericht seien es vor allem Polizei und Kommunen, die von den Reichsbürgern attackiert werden. "Es hat sich in den letzten Jahren gehäuft, dass Mitarbeiter von kommunalen oder staatlichen Behörden von Reichsbürgern angegangen werden", sagte der Koordinator.

Er gilt als einer der bekanntesten Reichsbürger: Ex-Mister Germany Adrian Ursache musste sich u.a. wegen versuchten Mordes verantworten.
Er gilt als einer der bekanntesten Reichsbürger: Ex-Mister Germany Adrian Ursache musste sich u.a. wegen versuchten Mordes verantworten.  © dpa/Hendrik Schmidt

Als Tipp rät die Informationsstelle, dass in den Hausordnungen der Behörden Foto-, Ton- und Videoaufnahmen untersagt sein müssten. Diese würden sonst ins Internet gestellt, um die Beamten einzuschüchtern.

Außerdem sollten die Sachbearbeiter immer einen Kollegen in der Nähe haben und bei wachsender Aggression die Polizei rufen und Anzeige erstatten.

Falls seitenlange Briefe bei den Beamten eingehen sollten, werde empfohlen, die Antwortschreiben so kanpp wie möglich zu halten, um den Reichsbürgern keine Angriffsfläche zu bieten.

Immer häufiger gebe es deutschlandweit Waffen- und Sprengsatzdelikte, welche mit Reichsbürgern in Verbindung gebracht werden.

In Thüringen waren im Juni 650 Reichsbürger bekannt, 300 weitere Fälle werden noch geprüft. 50 Reichsbürger hatten einen rechtsextremistischen Bezug, eine Vielzahl habe eine hohe Affinität zu Waffen.

Titelfoto: DPA Symbolbild


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