Führungskrise beim DFB: Folgt Lahm auf Präsident Grindel?

Dortmund - Immer weniger Rückhalt für DFB-Präsident Reinhard Grindel! Nachdem "Der Spiegel" öffentlich gemacht hatte, dass der 57-Jährige Einkünfte in Höhe von 78.000 Euro verschwiegen hatte, wächst die Kritik am CDU-Politiker. Wird Philipp Lahm sein Nachfolger?

Wird Philipp Lahm neuer DFB-Präsident?
Wird Philipp Lahm neuer DFB-Präsident?  © DPA

Seit längerer Zeit gibt es beim DFB intern Überlegungen, den Ex-Bayern-Star zum Präsidenten zu machen.

Doch nach Informationen des "kicker" sieht es nicht danach aus. Demzufolge möchte sich der Weltmeister von 2014 auf seine Tätigkeit an der Spitze des Organisationskomitees für die EURO 2024 konzentrieren.

Was geschieht also mit Grindel? Es soll Pläne geben, ihn bei der nächsten Wahl im September abzulösen. Aber wie und durch wen? Diese Fragen konnten offensichtlich noch nicht geklärt werden.

Grindel hatte von Juli 2016 bis Juli 2017 für seine Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender der wenig bekannten DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft die 78.000 Euro bekommen - für gerade mal zwei Sitzungen im Jahr! Und das übrigens zusätzlich zu den 14.400 Euro, die er ohnehin monatlich vom DFB erhielt!

Ein namentlich nicht genannter Spitzenfunktionär sagte der "Süddeutschen Zeitung": Wir wussten nicht, dass er die Zahlungen einfach übernimmt!" Denn schon Grindels Vorgänger Wolfgang Niersbach hatte für denselben Job dieselbe Summe erhalten.

Dass er diese Zahlungen verheimlichte, wirft ein schlechtes Licht auf jemanden, der bei seinem Amtsantritt am 15. April 2016 sagte, für Offenheit und Transparenz stehen zu wollen.

Grindel gibt kein gutes Bild ab

DFB-Präsident sieht sich zum wiederholten Mal innerhalb kurzer Zeit öffentlicher Kritik ausgesetzt.
DFB-Präsident sieht sich zum wiederholten Mal innerhalb kurzer Zeit öffentlicher Kritik ausgesetzt.  © DPA

Mittlerweile hat Grindel zugegeben, das Geld erhalten zu haben, räumte aber ein, dass er zum Zeitpunkt seiner Wahl noch nicht Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFB-Tochtergesellschaft gewesen sei und somit auch nichts verschwiegen habe.

Doch in den letzten Monaten musste sich der ehemalige ZDF-Journalist öfter mal erklären: Er erkannte nicht, was für eine Wirkung das Foto von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan haben würde und moderierte dieses Thema schlecht. Er verlängerte den Vertrag mit Bundestrainer Joachim Löw vor der WM 2018 ohne Not bis zum Sommer 2022.

Zuletzt brach er ein Interview mit der "Deutschen Welle" ab (TAG24 berichtete), äußerte dann Kritik am Führungsstil von Bundestrainer Joachim Löw, nachdem dieser die drei Bayern-Stars Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng aus der Nationalmannschaft geworfen hatte - nur um seine Aussagen wenig später wieder zurückzunehmen.

Mittlerweile ist Grindel fest in den Vorständen der FIFA und UEFA verankert und kassiert dafür 500.000 Euro im Jahr.

Deshalb verzichtet Grindel auf die 7200 Euro Verdienstausfall und das Geld für den Job als Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFB-Tochtergesellschaft. Ob ihn das länger im Amt halten kann, darf aber stark angezweifelt werden.

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