Reisen, Schmuck, Klamotten: Diese Frau nahm ihre Geliebte aus

Lisa S. kam aus der U-Haft ins Gericht, durfte nach der Verhandlung aber nach Hause gehen.
Lisa S. kam aus der U-Haft ins Gericht, durfte nach der Verhandlung aber nach Hause gehen.

Von Steffi Suhr

Dresden - "In den sechs Monaten U-Haft habe ich viel nachgedacht", sagte Lisa S. (22) am Montag zum Amtsrichter.

Hoffentlich: Die Thüringerin hatte reihenweise Liebhaberinnen übers Ohr gehauen, stand nun wegen Betrugs vor Gericht.

Wann immer Lisa S. mit einer Frau zusammenlebte, stibitzte sie deren EC- oder Kreditkarte, um damit einzukaufen. Besonders traf es eine Freundin, mit der sie in Dresden lebte: "Die Frauen hatten ein gemeinsames Konto", erklärte die Verteidigerin.

"Als die Beziehung kriselte, machte meine Mandantin ihrer Freundin viele Geschenke."

Mit der EC-Karte vom gemeinsamen, aber nicht üppigen Konto: Restaurantbesuche, Kinobesuche, Ausflüge, Klamotten, Schmuck. Fast 4000 Euro gingen so flöten. Die Beziehung ging dennoch in die Brüche.

Lisa S. suchte sich eine neue Freundin. Diesmal von der Bundeswehr. Sie mietete sich und ihre neue Flamme in einem Hotel in Kastellaun (Rheinland-Pfalz) ein.

Das Hotel ging davon aus, dass die Bundeswehr das Liebesnest bezahlt. Denn Lisa hatte über ein gefälschtes Bundeswehr-Formular gebucht - 1350 Euro futsch.

"Ich mach das nie wieder!", beteuerte sie am Montag. Weitere Fälle hatte die Staatsanwaltschaft übrigens im Vorfeld eingestellt.

Der Jugendrichter verurteilte Lisa S. zu 20 Monaten Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Dafür muss sie noch 120 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Fotos: Norbert Neumann (2)


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