Hund gedopt, weil sein Besitzer aufs Feld pinkelte?

Glasgow - Hunderennen gehören in Schottland zu den beliebten Sportarten. Damit auch hier alles mit rechten Dingen zugeht, werden die Hunde, genauso wie menschliche Leistungssportler, auf Dopingmittel getestet.

Windhunde (engl. Greyhounds) rasen eine Rennbahn entlang. Um bessere Ergebnisse zu erzählen, werden sie häufig von ihren Besitzern gedopt. (Symbolbild)
Windhunde (engl. Greyhounds) rasen eine Rennbahn entlang. Um bessere Ergebnisse zu erzählen, werden sie häufig von ihren Besitzern gedopt. (Symbolbild)  © 123RF Nico Smit

Dabei fiel den strengen Regelhütern die Probe eines Windhundes auf, die positiv auf Antidepressiva anschlug.

Die werden im Hunderennsport häufig dafür verwendet, das Verhalten der Vierbeiner und damit den Ausgang der Rennen zu beeinflussen.

Besitzer Neil Dempsie wollte die Unterstellung jedoch nicht so einfach hinnehmen und lieferte dem Verband GBGB (Greyhound Board of Great Britain) eine kuriose Begründung für den positiven Dopingtest:

"Herr Dempsie sagte, er habe den Windhund auf einem abgelegenen Feld auf seiner Farm trainiert und sich dabei oft erleichtert."

Den Urin soll der Hund dann aufgeleckt haben: "Dempsie schlug vor, dass dies eine wahrscheinliche Erklärung für die positive Probe war."

Doch anstatt jetzt vom Besitzer eine Probe zu verlangen, akzeptierte der Verband die vermeintliche Entschuldigung als "unwiderlegbare wissenschaftliche Beweise".

Das sorgte vor allem bei Gegnern von Hunderennen für Entsetzten. So sagte der Sprecher einer Tierschutzorganisation gegenüber dem "Daily Star":

"Es ist lächerlicher, dass die Aufsichtsbehörde, der GBGB, diese Verteidigung akzeptiert und ihm nur zur Vorsicht geraten hat [...]. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass der GBGB nicht in der Lage ist, die Branche zu regulieren und geschlossen werden sollte."

Dutzende weitere positive Tests sprechen eine mehr als deutliche Sprache.

Hunderennen stehen massiv in der Kritik

Hunderte Windhunde überleben ihre "Karriere" nicht. (Symbolbild)
Hunderte Windhunde überleben ihre "Karriere" nicht. (Symbolbild)  © 123RF Juhani Viitanen

Hunderennen haben zweifelsohne eine lange Tradition in Großbritannien, stehen allerdings zunehmend in der Kritik.

Von Gegnern werden sie als "veraltet und grausam" bezeichnet. Allein im Jahr 2018 starben nach Angaben der "BBC" knapp 1000 Renn-Windhunde, 242 davon auf der Strecke.

Auch wenn das laut GBGB nur einen kleinen Bruchteil an der Gesamtbeteiligung ausmacht, sind es dennoch schockierende Zahlen.

Hinzu kommen noch Hunderte andere Hunde, die am Ende ihrer "Karriere" eingeschläfert werden müssen.

Oft sind die Behandlungskosten für ihre Besitzer zu hoch oder es konnte kein geeignetes zuHause für sie gefunden werden.

Ob die Rennen irgendwann verboten werden, ist unklar. Während Hunderttausende Fans sie begeistert verfolgen, setzt die Glücksspielindustrie mit ihnen Millionenbeträge um.

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