Rentner (82) stundenlang gequält und Haus angezündet

Haan/Wuppertal – Für den ungewöhnlich brutalen Raubüberfall auf einen Rentner in Haan hat das Wuppertaler Landgericht bis zu elfeinhalb Jahre Haft verhängt. Es sprach zwei Männer am Donnerstag wegen erpresserischen Menschenraubs, gefährlicher Körperverletzung und Raubes schuldig. Zwei weitere Angeklagte, darunter eine Frau, wurden wegen Beihilfe verurteilt.

Das Foto der Polizei vom 31. Mai 2017 zeigt ein ausgebranntes Zimmer in einem Haus in Haan.
Das Foto der Polizei vom 31. Mai 2017 zeigt ein ausgebranntes Zimmer in einem Haus in Haan.  © Henkelmann, Dirk/Polizei Mettmann /dpa

Der damals 82-jährige Rentner war Ende Mai 2017 in seinem Haus überfallen, gefesselt sowie stundenlang geschlagen und getreten worden. Die Täter zogen ihn schließlich halbnackt auf die Terrasse seines Hauses, übergossen ihn mit Benzin und zündeten das Gebäude an.

Sie hätten gedroht, ihn umzubringen, hatte das Opfer ausgesagt. Er sei dem Feuertod nur dadurch entronnen, dass er sich gefesselt von der Terrasse auf die Wiese seines Gartens habe rollen können. Es gehe ihm immer noch schlecht. Er habe Ärger mit der Versicherung, sein ausgebranntes Haus sei nach wie vor unbewohnbar, hatte er gesagt.

Der mutmaßliche Drahtzieher ist ein damaliger Mitarbeiter der Stadt Haan, der das Haus des Opfers durch seine Arbeit gekannt habe. Er steht derzeit in anderer Sache in Hagen vor Gericht.

"So ein Fall ist einzigartig, so etwas ist uns noch nicht untergekommen, das Martyrium, das das Opfer erleiden musste", sagte der Vorsitzende Richter.

Die höchste Strafe erhielt ein 35-Jähriger, ein 41-Jähriger wurde zu siebeneinhalb Jahren verurteilt, ein 40-Jähriger wegen Beihilfe zu drei Jahren und zehn Monaten. Die vierte Angeklagte (45) erhielt zwei Jahre und neun Monate. Drei von ihnen hatten Geständnisse abgelegt.

Kaum Beute gemacht - Fünften Verdächtiger vor kurzem festgenommen

Am Landgericht Wuppertal wurden am Donnerstag (22. November) drei Männer und eine Frau zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Am Landgericht Wuppertal wurden am Donnerstag (22. November) drei Männer und eine Frau zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.  © DPA

Sie hätten sich Beute im Wert von 100.000 Euro erhofft, hatte einer von ihnen gestanden. Tatsächlich seien es nur ein paar tausend Euro gewesen. Er selbst sei mit ein paar hundert Euro Anteil abgespeist worden.

Vor wenigen Tagen war ein fünfter Verdächtiger festgenommen worden. In der Wohnung des 23-Jährigen wurden diverse Waffen und verbotene Gegenstände sichergestellt.

Während des Gerichtsprozesses hatten sich Hinweise auf ihn ergeben. Er soll an dem spektakulären Überfall maßgeblich beteiligt gewesen sein.

Titelfoto: Henkelmann, Dirk/Polizei Mettmann /dpa


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