Rentner fährt 19 Jahre ohne Führerschein. Knast!

EU-Rentner Karl K. (62) zeigte keine Reue und ließ sich noch jubelnd in einem fremden Auto am Amtsgericht abbilden.
EU-Rentner Karl K. (62) zeigte keine Reue und ließ sich noch jubelnd in einem fremden Auto am Amtsgericht abbilden.

Von Tina Hofmann und Ronny Licht

Chemnitz - Krasser Prozess in Chemnitz! Weil ein Mann 19 Jahre ohne Führerschein fuhr, landete er am Montag vorm Richter. Und der steckte ihn gnadenlos ins Gefängnis.

Denn Karl K. (62, EU-Rentner) zeigte nur wenig Reue und antwortet auf die Frage, ob er sich erneut ohne "Lappen" ans Steuer setzen würde mit "Ja". Diese Antwort war wohl seine endgültige Eintrittskarte hinter die schwedischen Gardinen.

Rückblick: 1996 war das Punktekonto des Rentners in Flensburg voll, deshalb musste er seinen Führerschein abgeben. Das hinderte ihn aber nicht daran, sich weiter fleißig in sein Auto zu setzen.

Zwischen 1996 und 2014 landete er fünf Mal wegen Führerscheinverstoßes vor Gericht. Und der 62-Jährige hatte gleich mehrere Begründungen parat, weshalb er einfach die Finger nicht vom Steuer lassen konnte.

Zum einen kann er die Strecke von seiner Wohnung zum Supermarkt in Rossau, die nur wenige Hundert Meter beträgt, nicht zu Fuß laufen, denn er leidet an Asthma.

Seit 1996 hatte Karl K. keinen Führerschein mehr.
Seit 1996 hatte Karl K. keinen Führerschein mehr.

Zudem sei der ehemalige mobile Filmvorführer pleitegegangen und habe 40.000 Euro Schulden. Das ist der Grund, weshalb er sich weder die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU, Idiotentest) noch ein neues Führerschein-Seminar leisten konnte.

Das letzte Mal stieg Karl K. am 31. Juli ins Auto und das auch noch mit 0,76 Promille und wurde natürlich prompt erwischt. Das Amtsgericht Chemnitz verurteilte ihn daraufhin zu vier Monaten Haft ohne Bewährung.

Im Berufungsprozess am Montag wurde das Urteil nun bestätigt. Grund: keine Reue oder Einsicht.

Denn Karl K. rechtfertigte sein Verhalten weiter und argumentierte abenteuerlich: "Ohne Führerschein fährt man viel vorsichtiger und aufmerksamer als mit."

Zum Glück kam er zur Verhandlung in Chemnitz mit dem Zug. Und dort muss er nun auch eine Weile bleiben. Im Knast!

Der Rentner gab sogar noch Interviews.
Der Rentner gab sogar noch Interviews.

Fotos: Ronny Licht


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