Rentner hatte Artikel über vermisste Kinder im Safe: Jetzt gräbt die Polizei seinen Garten um

Wuppertal - Ein 83-jähriger Mann wurde wegen Kinderpornos festgenommen. Bei der Durchsuchung seines Hauses wurden in einem Safe auch Artikel über vermisste Kinder entdeckt.

Polizeibeamte bringen den Tatverdächtigen aus dem Haus.
Polizeibeamte bringen den Tatverdächtigen aus dem Haus.  © dpa/David Young

Wie die Polizei Wuppertal berichtete, gingen am Dienstag, den 25. Juni, Hinweise über den Mann ein, er wäre in Besitz von Kinderpornos.

Noch am selben Tag begann die Polizei das Haus des 83-Jährigen am Dellbusch in Wuppertal zu durchsuchen.

Dabei wurde umfangreiches Bildmaterial auf 50 Festplatten, mehreren Laptops und PCs aufgefunden und sichergestellt. Es soll sich dabei, zumindest teilweise um kinderpornografisches Material handeln.

Der Rentner wurde daraufhin vorläufig festgenommen, ist inzwischen aber unter Auflagen wieder auf freiem Fuß. Dies bestätigte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert am Donnerstagabend der Deutschen Presse-Agentur.

Die Durchsuchungen wurden am vergangenen Mittwoch weitergeführt. Dabei entdeckten die Ermittler unter anderem einen scharfen Revolver und Teile einer Panzerabwehrrakete ohne Sprengkopf. Daher wurde auch der Kampfmittelräumdienst umgehend zum Haus des Seniors gerufen.

Einsatzfahrzeuge der Polizei vor dem Haus des Tatverdächtigen.
Einsatzfahrzeuge der Polizei vor dem Haus des Tatverdächtigen.  © dpa/David Young

In einem Safe wurden mehrere Zeitungsartikel mit Berichten über vermisste Kinder entdeckt. Aus diesem Grund verstärkte die Polizei die Suchmaßnahmen mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei, der technischen Einsatzeinheit und Diensthundeführern und weitete die Suche auf das Grundstück des Tatverdächtigen aus.

Augenzeugen berichten von zwei Baggern, die auf dem Grundstück platziert worden seien. Die Grabungen sollen am heutigen Freitag stattfinden. "Wir haben bis jetzt keinen Hinweis, dass es zu so einem Delikt gekommen ist", Baumert am Donnerstagabend der DPA. Um aber dennoch sicher zu gehen, dass nichts übersehen werde, werde in dem Garten gegraben.

Erste Ermittlungen ergaben zudem, dass der 83-Jährige ehrenamtlich als Hausaufgabenbetreuer tätig war. Die Polizei nahm Kontakt zu den jeweiligen Einrichtungen auf, konnte bisher aber bisher keine Hinweise darauf finden, dass der Verdächtige seine ehrenamtliche Arbeit ausgenutzt hätte, um Kinder sexuell zu missbrauchen.

Ebenfalls in den Fokus der Ermittlungen geriet der 52-jährige Sohn des Seniors. In dessen ehemaligen Kinderzimmer wurde ebenfalls Kinderporno-Bilder gefunden. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Dortmund, konnte jedoch nichts gefunden werden.

Am Dienstag und Mittwoch seien bis zu 80 Beamte im Einsatz gewesen. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei würden mit Nachdruck weitergeführt werden, um den Umfang und die Hintergründe aufzuklären.

Update 16.40 Uhr: Suche mit Baggern und Leichenspürhund unterbrochen

Die Polizei hat die Suche nach vermissten Kindern in Wuppertal unterbrochen. Die Aktion werde aber fortgesetzt, kündigte ein Polizeisprecher am Freitag an.

"Wir haben bislang keine Beweise, dass der Mann etwas mit dem Verschwinden der Kinder zu tun hat", betonte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert am Freitag in Wuppertal.

Der Verdächtige bestreite dies auch, während er den Besitz der Kinderpornografie eingeräumt habe.

Der Garten soll umgegraben werden. (Einsatzkräfte bei einer früheren Durchsuchung des Hauses).
Der Garten soll umgegraben werden. (Einsatzkräfte bei einer früheren Durchsuchung des Hauses).  © dpa/David Young

Titelfoto: dpa/David Young

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