Krankenhaus behandelt angeblich seit einer Woche Rentner, dabei ist der schon tot

Erfurt - In Erfurt ist ein toter Rentner im Helios Klinikum für über eine Woche verschwunden und niemand weiß, wie das passieren konnte.

Der Mann war einen Tag nach der Einlieferung gestorben, gesagt wurde das niemandem. (Symbolbild)
Der Mann war einen Tag nach der Einlieferung gestorben, gesagt wurde das niemandem. (Symbolbild)  © 123RF/Katarzyna Białasiewicz

Wie die TA berichtet, war der Bewohner eines Pflegeheims im Mai ins Krankenhaus gebracht worden, weil er immer wieder unter Wassereinlagerungen im Bein litt. Er kam auf die Intensiv-Kardio, wurde dort behandelt.

Eine Woche nach seiner Einlieferung habe sich das Pflegeheim nach ihm erkundigen wollen, Pflegerin und seine Betreuerin hatten vor, den Mann zu besuchen. Der sei gerade bei der Reha, werde aber immer noch auf der Kardiologischen Station betreut, hieß es aus dem Krankenhaus.

Bei zweiten Anruf am selben Tag dann aber der Schock! Das Krankenhaus gab zu, dass man leider keine Ahnung habe, wo der Mann sei, man wisse nicht ob und wohin er verlegt worden sei.

Im Pflegeheim konnte man das kaum glauben, wandte sich an die Geschäftsleitung, die versprach zu helfen. Doch auch hier gab es keine Rückmeldung. Erst zwei Tage später gab es eine traurige Gewissheit. Der Patient wurde schon seit langer Zeit nicht mehr behandelt, denn nur einen Tag nach seiner Einlieferung war er gestorben - benachrichtig wurde darüber aber anscheinend niemand!

Krankenhaus bedauert den Vorfall

Das Krankenhaus äußert nun sein Bedauern. "Sofern das Versäumnis bei uns liegt, bitten wir um Entschuldigung", heißt es. Die Betreuerin des Mannes möchte sich nicht zu dem Fall äußern, im Heim hegt man aber den Verdacht, dass der Rentner im Krankenhaus schlicht vergessen wurde. Denn im Heim erfährt man nur vom Tod der Bewohner, nachdem Angehörige oder Betreuer informiert wurden - in diesem Fall scheint das nicht geschehen zu sein.

Das zudem auch noch falsche Informationen zum Aufenthalt des Patienten kommuniziert worden sind, sei laut Krankenhaus unerklärlich und nicht akzeptabel. Denn eigentlich wird der Tod eines Patienten in mehreren Systemen festgehalten.

Man wolle nun auf die Beteiligten mit einem persönlichen Gespräch zugehen. Ob das den Schmerz über die schwere Fehlinformation lindern kann, wird die Zukunft zeigen müssen.

Titelfoto: 123RF/Katarzyna Białasiewicz

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