Mann soll Rentnerin wegen 7000 Euro brutal ermordet und Leiche in Koffer gesteckt haben

Jena/Gera - Im Prozess um den Mord an einer 87-Jährigen in Jena werden am Mittwoch ab 9 Uhr Experten der Rechtsmedizin als Zeugen vor dem Landgericht Gera erwartet.

Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte, versteckte sich hinter einem Ordner.
Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte, versteckte sich hinter einem Ordner.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, "mit massiver stumpfer Gewalt" auf Kopf, Hals, Brustkorb, Arme und Beine der Rentnerin eingewirkt und sie mit einem Stich verletzt zu haben.

Sie sei erstickt. Zunächst war die 87-Jährige spurlos verschwunden, dann machten Polizisten im Keller einen grausigen Fund.

Als sie dort den Reißverschluss eines ungewöhnlich schweren Koffers öffneten, seien erst ein Bettlaken, dann Haare und Finger zum Vorschein gekommen, erinnerte sich ein Beamter zum Prozessauftakt in der vergangenen Woche in Gera. Der Vorwurf lautet Mord, angeklagt ist ein 24-Jähriger.

Er war damals Nachbar der Seniorin in Jena-Winzerla. Die Anklage wirft dem Afghanen vor, die Frau aus Habgier getötet zu haben. Er selbst hüllte sich vor Gericht zu der Tat in Schweigen. Als Motiv wird Habgier angenommen.

Als der Polizist die Details zum Leichenfund vor Gericht schilderte, wischte sich die Tochter des Opfers immer wieder Tränen aus den Augen. Sie war als Nebenklägerin vor Ort. Sie hatte ein Bild ihrer Mutter im Gerichtssaal aufgestellt, oval mit weißem Rahmen.

Der Angeklagte soll nach dem Mord versucht haben, mit einem fingierten Überweisungsformular 7000 Euro von einem Konto abzuzweigen, das die Frau verwaltete. Die Anklage gegen den 24-jährigen Afghanen lautet auf Mord, versuchten Betrug und Urkundenfälschung.

Die Tochter des Opfers tritt als Nebenklägerin auf, brachte ein Bild ihrer toten Mutter mit.
Die Tochter des Opfers tritt als Nebenklägerin auf, brachte ein Bild ihrer toten Mutter mit.  © DPA

DNA-Spuren passen zum Angeklagten

Update 11.51 Uhr: Im Prozess um den Mord an der 87-Jährigen in Jena hat eine Expertin der Jenaer Rechtsmedizin zur Analyse von DNA-Spuren berichtet. Demnach konnten Spuren in dem Kellerabteil, wo die Leiche der Rentnerin gefunden wurde, dem Angeklagten zugewiesen werden, sagte die Sachverständige.

Auch sei in der Achsel der Toten der Rest eines Fingernagels entdeckt worden, dessen DNA-Analyse dem Profil des 24-jährigen Afghanen entsprach.

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