"Resident Evil 2" im Test: So sollte ein Remake sein!

Osaka - Es gibt schlechte Remakes, es gibt gute Remakes und dann gibt es da noch Capcoms Remakes zu "Resident Evil". Nachdem die Neuauflage des ersten Teils bereits 2015 Fans des Franchises mit einer komplett überarbeiteten Grafik überraschte, die alte Steuerung allerdings bei so manchem für Frust sorgte, will der japanische Spielehersteller nun mit Teil zwei nochmal einen drauf setzen und alles richtig machen. Stellt sich nur die Frage: Ist das auch gelungen?
"Resident Evil 2" ist zurück und schickt euch einmal mehr in den virtuellen Kampf gegen die Zombiehorden.
"Resident Evil 2" ist zurück und schickt euch einmal mehr in den virtuellen Kampf gegen die Zombiehorden.  © Capcom

Die kurze Antwort: Oh ja! Und dabei ist auch fast nichts schiefgegangen.

"Resident Evil 2" ist wahrscheinlich für viele Horror-Fans das Remake, auf das sie seit Jahren gewartet haben. Dass es bisher nicht zu einer Neuauflage kam, während Teil Eins bereits seine zweite Reinkarnation erhielt, lag einem Bericht der "Gamestar" zufolge daran, dass Capcom nicht mehr die Dateien des ursprünglichen Spiels aus dem Jahr 1998 zur Verfügung standen. Die Entwickler mussten also bei Null anfangen, was sie auch gleich ordentlich ausnutzten.

Denn "Resident Evil 2" ist sowohl ein Remake als auch ein neues Spiel. Ein Remix in Videospiel-Form, wenn man so will. Zwar hält sich die Story grundlegend an die des Originals. Abseits davon wurde "Resi 2" allerdings noch einmal gehörig modernisiert und mal mehr, mal weniger verändert.

Das Layout der einzelnen Level und Bereiche wurde geändert, ebenso wie die serien-typischen Puzzle und die Position der Gegner. Falls Ihr euch jetzt also fragt: Nein, die guten alten Licker sind nicht mehr an ihren angestammten Positionen.

Darüber hinaus liefert Capcom nun auch Videosequenzen, die dank der hauseigenen "RE Engine" (bereits in "Resident Evil 7" und "Devil May Cry 5" verwendet) wunderbar detailreich erscheinen. Die Grafik ist ohnehin eine der großen Stärken von "Resident Evil 2". Zwar hätte sich Capcom die Sache denkbar leicht machen können, da der Großteil des Spiels ohnehin in dunklen Korridoren stattfindet. Wirft man allerdings einen genaueren Blick, so lassen sich immer wieder Details finden.

Gerade die Zombies sind hier zu erwähnen, die dank der Engine sofort sichtbaren Schaden durch eure Angriffe einstecken und deren Gliedmaßen mit gezielten Treffern sogar abgetrennt werden können. Das bringt eine zusätzliche taktische Komponente.

An dieser Stelle sei aber auch gesagt, dass Ihr euch auf so manchen Gore-Moment einstellen könnt. Köpfe platzen, Menschen werden wortwörtlich in zwei Teile gerissen und die bereits erwähnten Licker sehen ekliger aus denn je.

Review zu "Resident Evil 2": "Load Screen Doors" adé

Natürlich dürfen dabei auch die berüchtigten Zombie-Hunde nicht fehlen.
Natürlich dürfen dabei auch die berüchtigten Zombie-Hunde nicht fehlen.  © Capcom

Die größte Änderung im Vergleich zum Original bietet "Resident Evil 2" jedoch im Gameplay. Statt der festen Kameraperspektiven folgt Ihr Leon Kennedy und Claire Redfield nun in moderner Third-Person-Perspektive. Die bietet euch zum einen mehr Freiheit beim Erkunden der Areale, gleichzeitig wurden allerdings auch die Gegner angepasst, die nun schneller auf euch zu schlurfen und selbst im einfachsten Modus noch ordentlich einstecken können. Das selbe gilt im Übrigen auch für die Bosskämpfe, die ebenfalls eine Modernisierung erhielten. Und ja, so mancher Zombie steht auch nochmal auf, nachdem ihr ihn bereits umgehauen habt.

Die altbekannten "Load Screen Doors", die im alten Teil für das Laden neuer Räume und Korridore vorhanden waren und dafür sorgten, dass Gegner immer nur in einem festen Bereich auftauchen konnten, gehören ebenfalls der Vergangenheit an. Stattdessen folgen euch die Untoten nun von Raum zu Raum, wobei den kleinen Beissern hier und da glücklicherweise doch Grenzen gesetzt sind. Einzige Ausnahme: Oberboss Tyrant, der euch nicht nur überall hin folgt, sondern auch noch unverwundbar ist.

Ein paar Schüsse in den Kopf lassen ihn zwar kurzzeitig umfallen. Nach ein wenigen Sekunden steht er allerdings schon wieder auf, jagt euch weiter und die Kugeln sind damit auch dahin.

Überhaupt hält sich "Resident Evil" angenehm nah an den Merkmalen des Survival-Horrors. Munition ist rar. Wer rumballert, hat schnell verloren.

Auffällig ist dabei das Gunplay, das eine interessante Mischung aus "Resident Evil 4" und modernen Third-Person-Shootern zu sein scheint. Ihr könnt euch beim Zielen weiterhin bewegen, allerdings vergrößert sich dadurch euer Fadenkreuz und ihr schießt häufiger daneben. Bleibt ihr stehen, wird es kleiner und ihr könnt nahezu präzise Treffer landen. Für alle, die es dabei etwas einfacher haben wollen, gibt es zudem eine automatische Zielhilfe.

Kritikpunkt: Die Story von "Resident Evil 2"

Und auch dieser Koloss will euch das Leben schwer machen.
Und auch dieser Koloss will euch das Leben schwer machen.  © Capcom

Horror funktioniert natürlich nicht ohne den entsprechenden Sound. Auch an dieser Stelle haben die Entwickler mächtig rangeklotzt und eine schaurig-schöne Geräusch-Kulisse erschaffen. Wind pfeift durch die Korridore, hier und da hört man die Untoten umherschlurfen oder sich an einem armen Pechvogel laben.

Gerade der Tyrant sorgt in dieser Hinsicht für Gänsehaut und Angstmomente, wenn Ihr ihn durch das Polizeirevier von Raccoon City streifen hört. Lediglich die Türen lassen hier und da die Atmosphäre zerfallen, wenn ihr euch gerade an einem Licker vorbeischleicht, die Teile plötzlich hinter euch zufallen, aber die blinden Monster dies ignorieren.

Das einzige Manko, das uns während unseres Tests auffiel, ist die Story. Zwar hat Capcom nach eigener Aussage versucht, diese etwas bodenständiger und realistischer als die des Originals zu gestalten. Hier und da sorgte der Überlebenskampf von Claire und Leon bei uns dennoch für Kopfschütteln. So scheint Letzterer durchaus gut damit klar zu kommen, dass sich seine Polizeikollegen gegenseitig auffressen und er sie dann auch noch mit Messer, Pistole, Schrotflinte und Granaten ins Jenseits befördern muss. Und auch für Claire scheint die Zombie-Apokalypse längst kein großes Ding mehr zu sein. Vielleicht sind wir an dieser Stelle aber auch etwas zu verwöhnt von anderen Spielen wie "The Last of Us" und letztendlich kann man das Ganze auch als liebevolle Hommage an das Original aus dem Jahr '98 sehen.

Fazit:

Mit "Resident Evil 2" hat Capcom so ziemlich alles richtig gemacht, was es richtig zu machengibt. Der Mix aus alter Basis und modernem Survival-Horror hat das Potenzial, nicht nur bei Fans der Serie für ordentlich Gänsehaut zu sorgen. Darüber hinaus bekommt Ihr für etwa 50 bis 60 Euro (Amazon) eine Kampagne, die ihr sowohl als Leon als auch Claire erleben und somit 15 bis 20 Stunden in Raccoon City verbringen könnt. Definitiv ein erstes Highlight im Spielejahr 2019.

Facts:

  • Spiel: "Resident Evil 2"
  • Publisher: Capcom
  • Genre: Survival-Horror
  • Erscheint am: 25. Januar 2019
  • Plattformen: PC, PS4, XBoxOne
  • Preis: Etwa 50 bis 60 Euro
© Capcom
Als auch Claire Redfield bestreiten.
Als auch Claire Redfield bestreiten.  © Capcom
Darüber hinaus trefft ihr auf alte Bekannte wie Ada Wong.
Darüber hinaus trefft ihr auf alte Bekannte wie Ada Wong.  © Capcom

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