Revolverheld schießt gegen Gloria von Thurn und Taxis

Regensburg - Gloria Fürstin von Thurn und Taxis (59) ist Schirmherrin der Regensburger Schlossfestspiele und bekanntermaßen umstritten und stramm konservativ. Wenn dann eine linke Band in ihrem Garten ein Konzert gibt, kann das zu Konflikten führen.

Johannes Strate, Sänger der Band Revolverheld.
Johannes Strate, Sänger der Band Revolverheld.  © DPA

Die Band Revolverheld ("Scheiß' auf Freunde bleiben") hat sich bei den Schlossfestspielen in Regensburg entschieden gegen ihre Gastgeberin Gloria Fürstin von Thurn und Taxis gestellt.

"Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen", sagte Frontmann Johannes Strate bei dem Konzert am Sonntagabend unter Applaus, wie ein Video auf der Instagram-Seite der Band zeigt.

Die Band habe das Konzert im Vorfeld sehr kontrovers diskutiert.

"Nächstenliebe bedeutet für uns, dass wir Menschen, egal, woher sie kommen, welche Herkunft sie haben, welche Hautfarbe sie haben, welcher Religion sie angehören, dass wir sie hier mit offenen Armen empfangen und nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen", sagte Strate an die Adresse der konservativen Fürstin, die immer wieder mit umstrittenen Aussagen (die bekannteste: "Der Schwarze schnackselt gern") Schlagzeilen macht.

"Nächstenliebe bedeutet eben auch, dass wir den systematischen Missbrauch, der in der katholischen Kirche so lange stattgefunden hat, dass wir den nicht bagatellisieren, sondern dass wir die Opfer ernst nehmen."

Kritik von Revolverheld: Gloria von Thurn und Taxis reagiert gelassen

Gloria von Thurn und Taxis.
Gloria von Thurn und Taxis.  © DPA

Die Angegriffene selbst blieb gelassen. "Das sehe ich ganz locker", sagte sie dem Bayerischen Rundfunk. "Wahrscheinlich haben sie sich das gut überlegt und gesagt, das müssen wir jetzt machen, wir sind schließlich Künstler. Und Gott sei Dank kann man heute noch seine Meinung sagen. Insofern können wir da ganz froh sein."

Gloria Fürstin von Thurn und Taxis gilt als sehr konservativ und ebenso katholisch. Im März wurde sie beispielsweise dafür kritisiert, dass sie am Weltfamilienkongress in Verona teilnahm, der als Sammelpunkt erzkonservativer Katholiken und rechter Politiker gilt.

Ein linkes Regensburger Bündnis hatte zum Boykott der Festspiele aufgerufen, deren Schirmherrin von Thurn und Taxis ist

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