Muslimische Familie unerwünscht: "Sankt Martin" fliegt wegen blöden Spruchs raus

Niederkassel – Ein Sankt Martins-Darsteller aus Rheidt bei Niederkassel hat beim Verteilen der Weckmänner wegen einer fremdenfeindlichen Äußerung für Aufsehen gesorgt.

Kinder halten ihren leuchtenden Laternen in die Höhe.
Kinder halten ihren leuchtenden Laternen in die Höhe.  © Felix Kästle/dpa

Seit Generationen ziehen Kinder im November mit ihren Laternen durch die Straßen. Der gute Sankt Martin begleitet sie auf seinem Ross. Die Tradition ist sehr beliebt und das Martinsfest ist ein geselliges Fest für Groß und Klein.

Es erinnert an die Hilfsbereitschaft des Heiligen Martin, der im vierten Jahrhundert Bischof von Tours war.

Doch in der kleinen Gemeinde Rheidt waren dieses Jahr offenbar nicht alle auf dem Martinszug der Rheidter-Werth-Schule willkommen.

Der Sankt Martin hatte einer Mutter mit Kopftuch und ihren drei Kindern gesagt: "Sie wissen aber schon, dass es ein christliches Fest ist, oder?"

Sind also nur Christen auf diesem Fest erwünscht? Eine Verwandte der betroffenen Mutter hat den Vorfall in den sozialen Medien öffentlich gemacht, weil vor Ort keiner reagierte.

Sankt Martin wird entlassen

"Meine drei kleinen Nichten waren sehr erschrocken und wollten nicht mehr dort bleiben", schreibt sie auf Facebook. Ihr Beitrag löste eine Welle der Empörung und hat eine Debatte in den sozialen Medien aus.

Darin spricht sie auch von "Aggressivität und hasserfüllter Stimme" des Sankt Martins. "Es ist schon traurig alle reden von Integration aber wenn ein Mensch mit Migrationshintergrund sich integriert, muss er sich sowas anhören das auf diesen Festlichkeiten nur christliche Kinder willkommen sind", heißt es weiter. (Rechtschreibung übernommen)

Inzwischen soll es öffentliche Entschuldigungen gegeben haben. Laut "Generalanzeiger" wird der Mann nach dem Vorfall den Martinsumzug der Rheidter-Werth-Schule nicht wieder anführen.

Eine Sankt-Martins-Statue steht während eines Gottesdienstes in der katholischen Kirche.
Eine Sankt-Martins-Statue steht während eines Gottesdienstes in der katholischen Kirche.  © Uwe Anspach/dpa

Titelfoto: Felix Kästle/dpa


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