FC St. Pauli: Rico Benatelli erhält für Startelf-Debüt Lob von allen Seiten

Hamburg - Lange musste Rico Benatelli auf diesen Moment warten! Am 20. Spieltag stand der 27-Jährige endlich zum ersten Mal für den FC St. Pauli in der Startelf und überzeugte beim ärgerlichen 1:1 gegen den VfB Stuttgart gleich mit einer starken Leistung.

St. Paulis Rico Benatelli setzt sich im Laufduell gegen Stuttgarts Roberto Massimo durch.
St. Paulis Rico Benatelli setzt sich im Laufduell gegen Stuttgarts Roberto Massimo durch.  © Imago Images / Nordphoto

"Für mich persönlich war es nach so einer langen Zeit ein tolles Gefühl, im St. Pauli-Trikot zu Hells Bells aufzulaufen", gestand der Rechtsfuß, der im Sommer von Dynamo Dresden ans Millerntor gewechselt war. "Ich habe lange auf diesen Moment gewartet."

Umso enttäuschter war Benatelli, dass es bei seinem Startelf-Debüt nicht zum Sieg reichte. "Das Ergebnis ist bitter. Schade, dass wir unsere Leistung nicht mit einem Sieg krönen konnten", sagte er.

Gemeinsam mit Johannes Flum und Waldemar Sobota bildete er gegen den Aufstiegsfavoriten aus Stuttgart das Trio im Zentrum der Kiezkicker. "Wir haben im Dreieck gut harmoniert", befand Benatelli.

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Gegen den VfB war es aber aufgrund ihrer individueller Klasse alles andere als leicht. "Beim Gegentor sind wir in einen Konter gelaufen, waren zu offen", erklärte der Mittelfeldspieler. "Da müssen wir uns besser absichern."

Bereits am Donnerstag habe er von seinem Trainer Jos Luhukay erfahren, dass er im ersten Heimspiel des Jahres in der Startelf stehen würde. "Ich habe mich riesig darauf gefreut", gestand Benatelli.

Immerhin lag sein letzter Einsatz von Beginn an bereits zehn Monate zurück, sein letztes Spiel über 90 Minuten gar schon elf Monate. "Ich habe seit langer Zeit mal wieder über 90 Minuten gespielt, es tut gut", gab der 27-Jährige zu.

Benatelli verdiente sich seinen Einsatz

Nach einem Foulspiel kniete der Mittelfeldspieler auf dem Boden und hielt sich den Knöchel.
Nach einem Foulspiel kniete der Mittelfeldspieler auf dem Boden und hielt sich den Knöchel.  © Christian Charisius/dpa

Seinen letzten Einsatz über die volle Distanz absolvierte Benatelli noch im Dress von Dynamo Dresden Anfang März beim 2:2 gegen den VfL Bochum - ausgerechnet einen Tag nach dem letzten Auswärtssieg des FC St. Pauli.

In naher Zukunft dürften weitere Einsätze hinzukommen. Mit seiner Leistung war nicht nur er selbst zufrieden, sondern auch Trainer und Sportchef.

"Er war einer der Besten", fand Jos Luhukay. "Er war ballsicher und hat die Übersicht behalten. Er hat sich seinen Platz verdient."

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Dabei schien die Beziehung zwischen dem Niederländer und Benatelli unter keinem guten Stern zu stehen. Immerhin wurde der Mittelfeldmann noch von Vorgänger Markus Kauczinski - mittlerweile ausgerechnet bei Ex-Verein Dynamo Dresden an der Seitenlinie - und Ex-Sportchef Uwe Stöver (jetzt Holstein Kiel) verpflichtet.

Nach seiner Ankunft in Hamburg verletzte sich Benatelli schnell. "Als wir viele Verletzte hatten, fiel er dann auch noch wieder aus", erklärte Sportchef Andreas Bornemann, der ihm einen schweren Beginn attestierte. "Aber jetzt hat er es mehr als verdient."

Ähnlich sah es auch Trainer Jos Luhukay. "Er hat seine Leistung im Training abgerufen und sich aufgedrängt. Er hat sich trotz der Widrigkeiten nicht aufgegeben. Er ist ein Vorbild für andere Spieler." Bereits im Trainingslager lobte der Niederländer den Mittelfeldmann.

Das lange Warten scheint sich allerdings für beide Seiten gelohnt zu haben. Nach knapp sieben Monaten ist Rico Benatelli endlich beim FC St. Pauli angekommen.

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