Bücher verbrannt: Banausen fackeln Leseprojekt ab

Riesa - Wer hat nur so einen Hass auf Bücher? Wiederholt tobten sich Brandstifter an der Bücherzelle in Riesa aus. Schafften sie es beim ersten Mal nicht, die Bücher anzuzünden, vernichteten die Flammen jetzt mehr als 200 literarische Werke.

Riesaer Jugendliche füllten die Bücherzelle sofort wieder auf.
Riesaer Jugendliche füllten die Bücherzelle sofort wieder auf.  © Klaus-Dieter Brühl

"Wir wurden 4.20 Uhr zu einem Kleinbrand auf dem Mannheimer Platz alarmiert", sagt Riesas Wehrleiter Egbert Rohloff (61).

"Vor der Zelle waren die Bücher angehäuft und in Brand gesetzt." In einer halben Stunde hatten die vier Kameraden das Feuer gelöscht, doch zu gebrauchen war keins der Bücher mehr.

"Das ist einfach nur kulturlos", schimpft Heike Berthold (60) vom Bücherfreunde Zittau e.V. "Wenn man selbst nicht lesen will, soll man es doch wenigstens anderen lassen."

Der Verein kümmert sich bereits seit 2014 um die Telefonzelle, in der jeder Bücher abgeben oder auch mitnehmen kann. Das scheint jemanden zu stören, denn bereits Ende Mai räumten Unbekannte die Bücher heraus und versuchten diese zu entzünden, scheiterten dabei jedoch.

"So etwas dämpft den Enthusiasmus erheblich", sagt Heike Berthold. "Wir überlegen wirklich, wie lange wir hier noch weitermachen."

Etwas Mut machte den Bücherfreunden jedoch die Riesaer Jugend. Nachdem das "Offene Jugendhaus" zur Hilfe aufgerufen hatte, brachten zahlreiche Jugendliche eigene Bücher zu der Zelle, füllten diese wieder auf. Die Kripo fahndet mittlerweile nach den Zündlern.

Die Feuerwehr fand den brennenden Bücherstapel am frühen Morgen vor.
Die Feuerwehr fand den brennenden Bücherstapel am frühen Morgen vor.  © Feuerwehr Riesa
Heike Berthold (61) ärgert sich über den sinnlosen Vandalismus.
Heike Berthold (61) ärgert sich über den sinnlosen Vandalismus.  © Klaus-Dieter Brühl

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