Angler fangen riesige Welse in der Elbe: Ist das jetzt normal?

Stolz hält B. seinen Großwels von Strehla in die Kamera.
Stolz hält B. seinen Großwels von Strehla in die Kamera.

Dresden – Wird die Elbe zum Paradies für "Trophäenangler"? Offenbar sorgt der Klimawandel dafür, dass Fische, wie der Riesenwels aus Strehla, demnächst keine Seltenheit mehr sind.

Vergangene Woche gelang Oliver B. (32) ein XXL-Fang an der Elbe, über den auch sz-online berichtete. Der Mann aus Geringswalde kämpfte schwer an seiner Angel, bis er das geschätzt 65 Kilo schwere und 2,14 Meter große Tier in den Armen hielt.

Das war kein Zufallsfang! B. hatte sich intensiv darauf vorbereitet und angelte gezielt nach einem solchen Prachtexemplar.

Laut René Häse vom Anglerverband "Elbflorenz" Dresden e. V. könnte das in Zukunft keine Seltenheit bleiben. Normalerweise findet man die "Riesentiere" nämlich nur in Südeuropa, wo das Wasser wesentlich wärmer ist.

Doch durch den Klimawandel und die damit immer weiter steigenden Temperaturen in unseren Regionen wird das Ansiedeln des Welses begünstigt.

Dabei ist es nicht ausgeschlossen, dass einem Angler in den nächsten Jahren ein noch größerer Fisch sprichwörtlich ins Netz geht. Die Tiere wachsen ihr Leben lang, können bis zu drei Meter lang und bis zu 80 Jahre (!) alt werden.

Fürchten muss man sich vor den monströsen Tieren nicht; allerdings könnten sie die rund 50 Fischarten in der Elbe gefährden, da sie alles fressen. Um die Artenvielfalt zu erhalten, wurden schon zahlreiche Schutzmaßnahmen getroffen.

Gefährlich wird es nur, wenn man aus Versehen in ein Laichnest tritt, denn der Wels soll sich auch schon mehrmals als Wadenbeißer gezeigt haben.

Während B. sein Tier wieder freiließ, darf der Fisch übrigens auf den heimischen Teller kommen. Nur verkauft werden darf er nicht. Über den Geschmack lässt sich aber streiten. Denn besonders alte Welse schmecken so wie ihr Futter - alt und schwammig!

Foto: Privat


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