46-Jähriger stirbt bei Festnahme: Rätsel um Todesursache gelöst

Rietberg – Nach dem rätselhaften Tod eines 46-Jährigen bei einem Polizeieinsatz in Rietberg Mastholte am 9. Juli, ist erst jetzt klar, warum der Mann gestorben ist.

Kerzen erinnerten noch lange an den Tod des dreifachen Familienvaters.
Kerzen erinnerten noch lange an den Tod des dreifachen Familienvaters.

Pawel Iljenko war im vergangenen Sommer bei dem Einsatz der Polizei ums Leben gekommen, nachdem er in einem Wohngebiet randaliert hatte (TAG24 berichtete).

Bevor die Polizei eintraf, sollen die Nachbarn ihn zu Boden gebracht haben. Die Polizei fesselte ihn, weil er Widerstand leistete. Plötzlich verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und er starb.

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, kamen die Sachverständigen zu dem Schluss, dass er an einem Atemstillstand und Herzkreislaufstillstand gestorben ist. Laut Gutachten der Rechtsmedizin Münster trat der Tod in Folge eines sogenannten Exited Delirium Syndroms (ExDS) ein.

Zuvor war nicht sicher gewesen, ob massive polizeiliche Gewalt bei der Festnahme zum Tod des Familienvaters geführt hatten (TAG24 berichtete). Demnach soll ein Polizist dem 46-Jährigen bei dem Einsatz gegen den Kopf getreten haben.

Ermittlungen gegen Polizisten zum Teil eingestellt

In diesem Wohngebiet in Rietberg starb Pawel Iljenko bei einem Polizeieinsatz.
In diesem Wohngebiet in Rietberg starb Pawel Iljenko bei einem Polizeieinsatz.

Ein vorläufiges Obduktionsprotokoll besagte, dass die Sektion zwar "Zeichen mechanischer Gewalteinwirkung ergeben" hatte, "die jedoch nicht zu lebensbedrohlichen Verletzungen geführt haben."

Nach Angaben von Staatsanwalt Veit Walter werde gegen mehrere Personen ermittelt, darunter auch Anwohner.

Die Rechtsmediziner kamen zudem zu dem Ergebnis, "dass eine Mitbeteiligung der Fixierungsmaßnahmen am Tod des Mannes nicht sicher belegt werden kann, da der Tod auch ohne Fixierungsmaßnahmen hätte eintreten können", wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.

Aus strafrechtlicher Sicht ist der Vorwurf gegen die beteiligten Polizeibeamten, für den Tod des Mannes verantwortlich zu sein, somit nicht bestätigt worden. Die Ermittlungen aufgrund der Körperverletzung im Amt dauern aber noch an.

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