Brutaler Raubmord: Polen will Haupttäter nicht ausliefern

Oberstaatsanwalt Christoph Mackel bereitet die Anklageerhebung vor.
Oberstaatsanwalt Christoph Mackel bereitet die Anklageerhebung vor.  © DPA

Rietberg - Fast zwei Jahre nach einem Raubüberfall auf ein Brüderpaar in Rietberg im Kreis Gütersloh ist der mutmaßliche Haupttäter, ein 46-Jähriger Pole, im September in seiner Heimat gefasst worden (TAG24 berichtete).

"Wir haben jetzt beantragt, dass der Mann für einen Prozess nach Deutschland ausgeliefert wird. Das kann ein paar Wochen dauern", hatte Oberstaatsanwalt Christoph Mackel damals gesagt. Doch genau das gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Wie die Neue Westfälische berichtet, hat ein polnisches Gericht die Auslieferung von Piotr L. an die deutschen Behörden abgelehnt. Grund dafür sollen vier Jahre Haft sein, die der 46-Jährige in seiner Heimat noch zu verbüßen hat.

Um den Mann doch noch anklagen zu können, wäre es möglich, den Mann lediglich für die Dauer der Verhandlung auszuliefern. Eine mögliche Haftstrafe könnte er dann wiederum in einem polnischen Gefängnis absitzen.

Bei dem brutalen Überfall in einem Haus einer Bauernschaft war im November 2015 ein 64 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Sein Bruder hatte schwer verletzt überlebt.

Das Landgericht Bielefeld hatte zwei der drei Täter im Dezember 2016 wegen gemeinschaftlichen Mordes, versuchten Raubes mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung zu lebenslanger Haft verurteilt.

Robert D. (l.) und Arthur T. wurden am 23. Dezember 2016 bereits verurteilt.
Robert D. (l.) und Arthur T. wurden am 23. Dezember 2016 bereits verurteilt.  © DPA
Die Spurensicherung untersuchte das Grundstück Stück für Stück.
Die Spurensicherung untersuchte das Grundstück Stück für Stück.

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