46-Jähriger stirbt bei Festnahme: Trat ein Polizist ihn tot?

Rietberg– Nach dem rätselhaften Tod eines 46-Jährigen bei einem Polizeieinsatz in Rietberg, forscht die Gerichtsmedizin weiter nach der Todesursache.

Kerzen erinnerten noch lange an den Tod des dreifachen Familienvaters.
Kerzen erinnerten noch lange an den Tod des dreifachen Familienvaters.

Wie Innenminister Herbert Reul in einer Sitzung des NRW-Innenausschusses mitteilte, dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bielefeld in dem Fall weiter an. Pawel Iljenko war am 9. Juli bei dem Einsatz der Polizei ums Leben gekommen, nachdem er in einem Wohngebiet randaliert hatte.

"Dem vorläufigen Obduktionsprotokoll zufolge hat die Sektion Zeichen mechanischer Gewalteinwirkung ergeben, die jedoch nicht zu lebensbedrohlichen Verletzungen geführt haben. Die Todesursache stehe bislang nicht sicher fest", hieß es laut Berichten der Neuen Westfälischen in dem Protokoll.

Selbiges hatte auch Staatsanwalt Veith Walter gegenüber TAG24 am 20. Juli bestätigt: Demnach habe die Obduktion"keine äußeren Verletzungen, welche einzeln oder in der Summe lebensbedrohlich waren" ergeben.

Doch die Untersuchungen dauern weiterhin an. Mit einem Ergebnis sei frühestens Ende Oktober zu rechnen. Vorher könne auch das Strafmaß für den Polizisten nicht festgelegt werden, der dem dreifachen Familienvater bei dem Einsatz gegen den Kopf getreten haben soll.

In diesem Wohngebiet in Rietberg starb Pawel Iljenko bei einem Polizeieinsatz.
In diesem Wohngebiet in Rietberg starb Pawel Iljenko bei einem Polizeieinsatz.

Sämtliche Personen, die nach bisherigen Erkenntnissen als Zeugen für den Vorfall in der Schillerstraße in Betracht kommen, haben laut Protokoll Angaben zum Geschehen gegenüber der Polizei gemacht.

Der Bruder des Toten und sein Anwalt wollen jedoch weitere Zeugen ausfindig gemacht haben, die die Polizisten konkret belasten. Aufgrund der Angst vor Erpressung wollen sie diese jedoch nicht namentlich nennen.

"Wir sind bereit, die Zeugen richterlich und staatsanwaltlich zu befragen", erläutert der zuständige Staatsanwalt Veith Walter. Somit könnten die Zeugen eine Aussage vor der Polizei umgehen. Dazu benötige Walter jedoch die Namen.


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