Sänger Ross Antony schimpft bei "Riverboat" über Brexit: "Total blöd!"

Leipzig - Der sonst so lustige und immer gut gelaunte Schlagersänger Ross Antony (44) wurde im MDR-Riverboat am Freitagabend plötzlich ganz ernst. Moderator Jörg Kachelmann (60) sprach den gebürtigen Briten auf den nahenden Brexit an.

Schlagersänger Ross Antony äußerte sich am Freitag kritisch zu den Brexit-Plänen.
Schlagersänger Ross Antony äußerte sich am Freitag kritisch zu den Brexit-Plänen.  © Imago

"Also ich finde es wirklich schade, wie weit es gekommen ist. Wir sind auch immer noch im Ungewissen, wie es weiter gehen wird", sagt der Sänger. "Ich finde es sehr schade, dass die älteren Engländer so viele Ängste hatten und raus wollten aus der EU."

Auf die Frage, wie die ganze Sache wohl ausgehen wird, wird Antony dann sehr deutlich. "Wenn Sie mich fragen, sage ich ganz ehrlich, wir werden in der EU bleiben. Ich finde es total blöd, was die Engländer da gemacht haben. Ich als Engländer darf das sagen." Und er nahm Großbritanniens Premierministerin Theresa May (62) in Schutz. "Man sollte nicht immer alles auf Theresa May schieben, sie hat versucht, das beste daraus zu machen. Einer mußte die Verantwortung übernehmen."

Antony selbst ist übrigens ganz offiziell Deutscher. Wobei der Einbürgerungstest für ihn alles andere als einfach war. "Ich dachte, ich gehe hin, spreche ein bisschen Deutsch, bekomme einen Stempel und dann bin ich deutsch", erinnert sich der Sänger. "Es war riesig, was man alles machen musste. Wir wurden geprüft, mussten einen Sprachkurs machen und einen Test machen mit 33 Fragen von fast 1000 möglichen Fragen, und ich habe alle Antworten auswendig gelernt."

Auch Ross Antonys Mann Paul Reeves (44) stellte sich dem Test. "Und das war ein lustiger Moment", sagt Ross im Riverboat. "Mein Mann ist sehr intelligent. Wir bekamen dann unsere Umschläge, Paul hat seinen aufgemacht und er hatte 27 Punkte von 33 Punkten und war total stolz und lachte: Das schaffst du sowieso nicht, Ross! Und dann habe ich meinen aufgemacht und hatte 33 von 33 Punkten. Ich war sehr stolz drauf!"

Ehemaliger "Bro'Sis"-Sänger trauert noch immer um seinen Vater

Englands Premierministerin Theresa May (62).
Englands Premierministerin Theresa May (62).  © DPA

Übrigens: Der Schlagersänger ist ein leidenschaftlicher Fan des Sächsischen Dialekts! Wer hätte das gedacht?

"Ich komme aus Birmingham, dort spricht man das Englisch fast ähnlich. Und ich muss das sagen, ob ihr das hören wollt oder nicht, für einen Engländer hört sich sächsisch sehr sexy an."

So lustig und quirlig der 44-Jährige auf der Bühne ist, so traurig ist er noch immer über den Tod seines Vaters. "Inzwischen ist es zwei Jahre her, dass er gestorben ist. Und das Letzte, was er gesagt hat, war: Tu mir einen Gefallen, Ross und versuche die Leute mit dem glücklich zu machen, was du kannst."

Ross glaubt daran, dass sein Papa noch heute bei ihm ist und auf ihn achtet. "Mein Papa hat immer Schmetterlinge sehr geliebt. Und immer, wenn irgendetwas schief läuft oder etwas passiert, taucht bei mir ein Schmetterling auf. Und ich war im Flugzeug vor einer Woche und ich war einfach müde und hatte meinen Text nicht drauf - und da flog ins Flugzeug ein Schmetterling rein und um mich herum."

Durch den Tod seines Vaters ist die Familie zusammengerückt. "Wir sind immer gut drauf. Das Leben ist wirklich zu kurz und man soll es genießen."

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