Wontorra nach Tod von Assauer: "Ich habe ihn beleidigt!"

Leipzig - Sportmoderator Jörg Wontorra (70) und die im Februar verstorbene Schalke-Legende Rudi Assauer (†74) schenkten sich bei gemeinsamen Interviews nichts. Der eine stellte provokante Fragen, der andere gab gepfefferte Antworten zurück. Eine Situation bereut Wontorra aber bis heute zutiefst.

Sportmoderator Jörg Wontorra (70) über Assauer: "Ich habe ihn ganz schön rangenommen und beleidigt!"
Sportmoderator Jörg Wontorra (70) über Assauer: "Ich habe ihn ganz schön rangenommen und beleidigt!"  © Tobias Hase/dpa

Im MDR-Riverboat erinnerte der Sportmoderator sich rührend an den ehemaligen Schalke-Manager. "Wenn ich Rudi Assauer mal eine kritische Frage stellte, antwortete er immer: 'Herr Wontorra, Sie sind zwar zwanzig Jahre jünger als ich, sehen aber zwanzig Jahre älter aus.' Es war eine echte Männerfreundschaft", erzählt Wontorra.

Es waren Diskussionen auf Augenhöhe. Dennoch gab es eine Situation, in der er mit seiner Frage übers Ziel schoss. "In einer Sendung habe ich ihn mal ganz schön rangenommen und beleidigt und habe gefragt: 'Was soll Schalke 04 mit einem Manager, dessen Grundnahrungsmittel flüssig ist?'"

Harter Tobak! "Ein harter Satz, den ich auch sehr schnell bereut habe. Es war ungerecht, nur um der Quote Willen eine provozierende Frage zu stellen, das geht dann doch über das hinaus, was wir Journalisten mal gelernt haben - nahe an der Wahrheit zu bleiben."

Wontorra entschuldigte sich kurz danach bei Assauer. "Erst am Telefon und als er die Entschuldigung dann angenommen hat, haben wir uns in der Kneipe getroffen. Er war ja eingefleischter Pils-Trinker, ich trinke lieber Wein. Wir hatten die gleiche Anzahl an Gläsern, aber der Abend ging eindeutig für ihn aus, denn ich war betrunken." So kann man eine Versöhnung natürlich ordentlich feiern.

Wontorra outet sich als Fan von RB Leipzig

Schalke-Legende Rudi Assauer verstarb Anfang Februar im Alter von 74 Jahren.
Schalke-Legende Rudi Assauer verstarb Anfang Februar im Alter von 74 Jahren.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Übrigens, Jörg Wontorra outete sich im Riverboat-Talk als RB Leipzig-Fan. "Es gibt ja so viele, die gesagt haben, RB Leipzig ist so ein Reagenzglas-Produkt, so eine Plastiktruppe. Es gibt inzwischen fünf oder sechs weitere Plastiktruppen in der Bundesliga: Wolfsburg, Hoffenheim, Leverkusen, wir können die alle aufzählen", sagte er.

Und es gibt die großen Traditionsvereine, die inzwischen alle in der vierten Liga spielen, weil sie nicht gut gemanagt worden sind, weil sie den Zug der Zeit nicht verstanden haben. Und was in Leipzig passiert, ist für mich auf jeden Fall sehr, sehr stark."

Das gesamte Team um den Verein arbeite sehr hart, findet der Sportexperte. "Und jetzt wirklich: Da habe ich lieber RB Leipzig in der Bundesliga als einen Traditionsverein aus Kaiserslautern, der die Bundesliga verpennt hat.

Und eins ist mir eben auch wichtig zu sagen: Ich wünsche RB sogar wirklich, dass sie in der nächsten Saison in der Champions League noch ein bisschen weiter kommen."

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