Robin Dutt beim VfL Bochum entlassen!

Bochum - Die nächste Trainerentlassung der Saison ist fix: Robin Dutt (54) ist nicht länger der Coach des Zweitligisten VfL Bochum. Das gab der Verein am Montagnachmittag bekannt.

Robin Dutts Amtszeit beim VfL Bochum endet nach eineinhalb Jahren.
Robin Dutts Amtszeit beim VfL Bochum endet nach eineinhalb Jahren.  © Guido Kirchner/dpa

Nach eineinhalb Jahren trennen sich damit die Wege von Dutt und Bochum. Der Fußballlehrer selbst hatte nach dem spektakulären 3:3 gegen den SV Wehen Wiesbaden auf der Pressekonferenz überraschend Zweifel an seiner Zukunft geäußert.

Nach der ersten Halbzeit wären diese durchaus verständlich gewesen, lag der VfL doch mit 0:3 hinten.

Doch im zweiten Abschnitt zeigten Dutts Mannen Moral, glichen aus und hätte am Ende sogar noch gewinnen können.

Der erhoffte Befreiungsschlag wurde allerdings verpasst: Denn Bochum steht momentan mit nur zwei Zählern aus vier Spielen auf Abstiegsrelegationsplatz 16.

Die Erklärung für Dutts Aussagen sind laut einem Artikel der "Welt" aber mehr als verständlich: Die Spieler hätten in der Pause gegen Dutts Taktik rebelliert und die Macht an sich gerissen. Seine Autorität wurde untergraben.

Die selbst aufgeworfenen Fragen zu seiner Zukunft blieben auch noch am Sonntag im und nach dem Gespräch mit der VfL-Geschäftsführung und dem Vorstandsvorsitzenden Hans-Peter Villis bestehen.

Verantwortliche des VfL Bochum sahen keine andere Möglichkeit, als Robin Dutt zu entlassen

Das Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden war das letzte von Robin Dutt für den VfL Bochum.
Das Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden war das letzte von Robin Dutt für den VfL Bochum.  © Marius Becker/dpa

Interessant ist die Aussage der Bochumer Pressemitteilung, dass Dutt zu einem weiteren Gespräch mit dem gesamten Gremium am Montag nicht zur Verfügung gestanden habe: "Im Gesamtzusammenhang kommt der VfL zu dem Ergebnis, dass die Mannschaft dem Trainer nach den Vorgängen des Wochenendes und seinem öffentlichen Statement nicht mehr weiterhin vorbehaltlos gefolgt wäre. An dem Punkt ist der VfL zu der Überzeugung gekommen, dass das Team einen neuen Impuls braucht."

So handelten die Verantwortlichen der Bochumer am Montag entsprechend und beurlaubten ihren Coach, der den Verein am 12. Februar 2018 in Abstiegsgefahr übernommen- und wieder in die Spur gebracht hatte. In der Abschlusstabelle landete der VfL auf einem gutem sechsten Rang.

Die Bochumer bedankten sich auch deshalb bei ihrem Ex-Trainer: "Robin Dutt hat sehr viel für den VfL Bochum 1848 geleistet. Er hat das Team in einer sehr schwierigen Situation übernommen und die Mannschaft zum Klassenerhalt geführt."

Dieses Niveau konnte in der folgenden Spielzeit aber nicht gehalten werden. So stand für den VfL letztlich nur Platz elf zu Buche. Dazu die Bochumer: "Dieselbe Mannschaft hat dann in der Rückrunde der Saison 2018/19, auch aufgrund einer großen Anzahl verletzter Spieler, nicht die Leistung abgerufen, die von ihr zu erwarten war."

Robin Dutt arbeitete sich als Trainer bis in den Profifußball vor

Robin Dutt selbst hat am Samstag nach dem Spiel seinen Rücktritt angeboten.
Robin Dutt selbst hat am Samstag nach dem Spiel seinen Rücktritt angeboten.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Nach dem Stotterstart in die aktuelle Saison waren Dutts Zweifel dann offenbar zu groß, um motiviert weiterarbeiten zu können.

Der Wortlaut des VfL zum schwierigen Saisonbeginn: "Zu dieser Spielzeit wurde ein Umbruch im Team vorgenommen, wohl wissend, dass es dabei zu schwierigen Situationen kommen kann. Diesem Entwicklungsprozess räumt der VfL die nötige Zeit ein. Von Vereinsseite hat Robin Dutt, wie er es auch selbst bestätigt hat, jederzeit das Vertrauen gehabt."

Bei seiner Verpflichtung war Dutt ein echter Coup für den VfL gewesen. Denn zuvor hatte er sich beim SC Freiburg, Bayer 04 Leverkusen, dem SV Werder Bremen und VfB Stuttgart einen Namen in Fußball-Deutschland gemacht.

Darüber hinaus war er für zehn Monate auch noch Sportdirektor des DFB.

Begonnen hat er seine Laufbahn als Coach beim TSF Ditzingen in der Nähe von Stuttgart, wo er nach seinem Karrierenende in deren zweiter Mannschaft ab dem 1. Juli 2000 als Trainer fungierte.

Im Juli 2002 zog es ihn zu den Stuttgarter Kickers, wo er anfangs die zweite-, dann die erste Mannschaft coachte. Ab Sommer 2007 ging er dann seine ersten Schritte im Profifußball in Freiburg.

Update 18.14 Uhr

Der VfL Bochum hat mittlerweile bekanntgegeben, dass Heiko Butscher, Oliver Barth und Peter Greiber die Mannschaft auf das Spiel gegen den VfB Stuttgart vorbereiten werden.

Sportvorstand Sebastian Schindzielorz sagte, dass er von den Aussagen von Dutt "überrascht" gewesen sei. Am Montag wurde und wird erst einmal die sportliche Situation aufgearbeitet: "Deshalb bitte ich auch um Verständnis, dass ich zu einem möglichen neuen Trainer heute noch nichts sagen kann", so der Ex-Profi.

Zudem betonte er, dass die Entlassung "kein Schnellschuss" war: "Das war eine ganz wichtige Entscheidung für den Verein. Deshalb haben wir auch ausgiebig diskutiert (...). Ich habe Robin dann heute über die Entscheidung informiert."

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