Stylisches Action-Spektakel mit Humor: Neuverfilmung von "Robin Hood"

Nottingham - Fetter Blockbuster zum Start ins neue Jahr! Mit der Neuverfilmung von "Robin Hood" kommt ein echtes Action-Fest am 10. Januar in die deutschen Kinos.

Jungfrau Marian (vorne; Eve Hewson) und Robin von Loxley (Taron Egerton) lernen sich früh kennen und lieben.
Jungfrau Marian (vorne; Eve Hewson) und Robin von Loxley (Taron Egerton) lernen sich früh kennen und lieben.  © PR/Studiocanal GmbH/Attila Szvacsek

Direkt zu Beginn des Films gibt es die klare Ansage: Das hier ist keine Gute-Nacht-Geschichte. Stattdessen startet "Robin Hood" mit einem Dieb.

Allerdings nicht dem titelgebenden, sondern der bildschönen Marian (Eve Hewson), die ein Pferd für einen guten Zweck stehlen will.

Das Problem: Sie wird dabei erwischt - und zwar von Robin von Loxley (Taron Egerton), dem das Anwesen gehört.

Er ist hingerissen von Marian und schenkt ihr das Pferd. So entwickelt sich zwischen ihr und Robin eine große Liebe, die allerdings vom Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) in ihrer Idylle gestört wird.

Denn der schickt Robin als Kreuzritter der Kirche in den Feldzug gegen die Araber. Dort ist Robin auch noch vier Jahre später unter dem Kommando des brutalen Guy von Gisbourne (Paul Anderson).

Als Robin in eine Falle der Araber läuft, rettet ihm Gisbourne das Leben. Nur eine Sekunde später und der kampferprobte Little John (Jamie Foxx) hätte Robin getötet.

Als Gisbourne jedoch Gefangene tötet und dann Johns Sohn nach vorne holt, ändert das alles...

Der Sheriff von Nottingham (vorne; Ben Mendelsohn) ist Robin Hoods durchtriebener Gegenspieler.
Der Sheriff von Nottingham (vorne; Ben Mendelsohn) ist Robin Hoods durchtriebener Gegenspieler.  © PR/Studiocanal GmbH/Larry Horricks

Der Film bietet beste Popcorn-Unterhaltung - was nach den vernichtenden US-Kritiken dann doch eine große Überraschung ist.

Die Neuinterpretation, die mit einem modernen, erfrischenden Ansatz erzählt, wie Robin von Loxley zu Robin Hood wurde, überzeugt aber vom Start weg.

Denn der Film fesselt sofort mit seinem hohen Erzähltempo, seinen eigenen Ideen und seiner interessanten Geschichte, die mit einer Prise Situationskomik immer wieder gekonnt aufgelockert wird.

Großartig ist auch die Stuntchoreografie der aufwendigen Kampfszenen. Die gelungene Mischung aus mittelalterlichen Waffen und modernen Bogenschuss-Sequenzen sorgt für eine große Dynamik, die von der stilsicheren Kameraführung noch verstärkt wird.

Dazu kommt eine Storyline, die sehr gut auch in der heutigen Zeit spielen könnte und unverkennbare Parallelen zu Donald Trump aufweist.

Besonders dann, wenn der Sheriff von Nottingham mit einer populistischen Rede für noch mehr Steuerabgaben wirbt, obwohl die Bevölkerung finanziell aus dem letzten Loch pfeift, fühlt man sich an den streitbaren US-Präsidenten erinnert.

Robin von Loxley (Taron Egerton) muss vier Jahre lang als Kreuzritter in den Kriegen gegen die Araber kämpfen.
Robin von Loxley (Taron Egerton) muss vier Jahre lang als Kreuzritter in den Kriegen gegen die Araber kämpfen.  © PR/Studiocanal GmbH/Larry Horricks

Auch das beleuchtet "Robin Hood": Wie die Armen von den Reichen ausgenommen werden und sich irgendwann zusammenschließen und dagegen auflehnen.

Dieser revolutionäre Aspekt des Films wird von Regisseur Otto Bathurst (Peaky Blinders) visuell klasse eingefangen und glaubwürdig auf die Leinwand transportiert.

Dank der guten schauspielerischen Leistungen von Taron Egerton (Kingsman, Eddie the Eagle) und Eve Hewson (Papillon, The Knick) überzeugt auch die Liebesgeschichte von Robin und Marian, weil die Chemie zwischen den beiden Darstellern stimmt.

Dazu begeistert "Oscar"-Preisträger Jamie Foxx (Django Unchained, Ray) als durchtriebener Little John und Dauer-Film-Bösewicht Ben Mendelsohn (Rogue One: A Star Wars Story, Ready Player One) als hinterhältiger Sheriff von Nottingham. Auch "Mr. Grey" Jamie Dornan (Fifty Shades of Grey) und F. Murray Abraham (Homeland, Grand Budapest Hotel) als fieser Kardinal tragen zu einem rundum gelungenen Ensemble-Auftritt bei.

Auch die düsteren Locations, das stylische Design, die erstklassige Ausstattung und die hervorragenden Kostüme fallen positiv auf.

"Robin Hood" ist ein überraschend guter Blockbuster geworden, der von den US-Kritikern völlig zu Unrecht negativ bewertet wurde. Die spannende Geschichte, das hohe Erzähltempo, die gut aufgelegten Schauspieler, der eigene Stil und die stark choreografierten Kämpfe sorgen für ein rundum gelungenes Popcorn-Kinoerlebnis.

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