DFB-Elf: Robin Koch, wer ist eigentlich Jogis Überraschung-Youngster?

Freiburg - Das nächste Freiburger Fußball-Märchen ist in vollem Gange. Im beschaulichen Breisgau häufen sich langsam aber sicher die großen Nachrichten. Nach Luca Waldschmidt (23) ist nun mit Robin Koch ein weiterer Kicker aus dem Kader von Christian Streich bei Bundestrainer Joachim Löw dabei. Doch wer ist der 23-Jährige überhaupt?

In seiner Debüt-Saison für den SC Freiburg war Koch bereits eine feste Größe im Breisgau.
In seiner Debüt-Saison für den SC Freiburg war Koch bereits eine feste Größe im Breisgau.  © Patrick Seeger/dpa

Koch, Robin Koch. Der am 17. Juli 1996 in Kaiserslautern geborenen Abwehr-Recke ist Sinnbild einer ganzen Vereinsphilosophie.

Spieler zu holen, denen bei anderen Vereinen in der Jugend oder zu Beginn der Profi-Laufbahn der ganz große Wurf nicht zugetraut wurde, zählte in den letzten Jahren zum Freiburger Weg.

Im Falle Koch war man sich beim SC Freiburg jedoch wohl sicher, dass der 1,93-Hüne einen erstklassigen Bundesliga-Verteidiger abgeben könne.

So holte man ihn vor zwei Jahren vom damaligen Zweitligisten 1.FC Kaiserslautern in den Breisgau. Dort empfahl er sich in seiner Debüt-Saison im Unterhaus unter anderem mit 24 Einsätzen.

Ein durchaus steiler Aufstieg des Rechtsfußes. Rückblick: Nachdem er 2001 bei den "roten Teufeln" das Fußballspielen begann, ging es nach zwei Jahren zunächst zum SV Dörbach. 2009 dann der Wechsel in die Jugend von Eintracht Trier. Dort durchlief er folgend alle Jugendmannschaften.

2014 dann, kurz vor seinem 18. Lebensjahr, ging es anschließend in die zweite Mannschaft der Grenz-Städter. Der Beginn des Männerfußballs - acht Einsätze folgten in der sechstklassigen Rheinland-Liga in denen er sich für deutlich mehr empfahl.

In der selben Saison kamen nämlich noch 23 Regionalliga-Einsätze für die erste Mannschaft Triers hinzu. Stark!

Über Liga 6 bis zur Nationalmannschaft

Am 18. Januar 2018 schoss Koch auch sein erstes Bundesliga-Tor. Damals am 18. Spieltag bei Eintracht Frankfurt.
Am 18. Januar 2018 schoss Koch auch sein erstes Bundesliga-Tor. Damals am 18. Spieltag bei Eintracht Frankfurt.  © Fabian Sommer/dpa

Daraufhin war er dann eine feste Größe bei der Eintracht in Liga 4.

Im Sommer folgte der Wechsel nach Kaiserslautern. Auch hier zunächst für die zweite Mannschaft eingeplant, spielte er sich in der Debüt-Saison bei seinem FCK in den Fokus und entwickelte sich zur Stammkraft am Betzenberg. Ein Jahr später dann der Profi-Vertrag in Lautern.

Vier Millionen Euro war er Christian Streich und dem SC Freiburg wert im Sommer 2017. Sie lagen nicht falsch: Seither ließ er 57 Bundesliga-Partien folgen, schoss dabei drei Tore, sammelte saisonübergreifend gerade einmal sieben Gelbe Karten. Beeindruckende Werte für einen so jungen Spieler.

Und nun? Mit seinem SC Freiburg rangiert er mit 14 Punkten aus sieben Spielen auf Rang vier. Das Team ist aktuell eine der Überraschungsmannschaften der Saison. Gemeinsam mit RB Leipzig und dem FC Schalke 04 stellen Koch und seine Nebenleute die drittbeste Defensive aller 18 Teams.

Im Vergleich: Der hochdekorierte Rekordmeister Bayern München hat bereits acht Gegentreffer kassiert, Vize-Meister Dortmund sogar elf.

Nun, beinahe folgerichtig, der nächste große Schritt auf der "Koch'schen Karriere-Leiter". Durch die vielen Ausfälle bedingt, kann der 23-Jährige am Mittwoch gegen Argentinien oder am Sonntag in Tallinn gegen Estland seinen fünf U21-Einsätzen den ersten bei der A-Nationalmannschaft folgen lassen.

Auch wenn nach den zuletzt eher wackeligen Defensiv-Auftritten beim DFB und der kurzfristigen Absage vom Gladbacher Matthias Ginter (26) die Rufe nach einem Comeback von Mats Hummels (30) bei der Nationalelf laut wurden, hat Löw stur an seinem Vorhaben festgehalten, den jungen Wilden eine Chance zu geben zu wachsen und sich zu beweisen.

Koch ist einer davon und bildet nun gemeinsam mit Luca Waldschmidt das frische Freiburg-Duo in der Nationalelf.

An Robin Koch ist schon so mancher Stürmer verzweifelt.
An Robin Koch ist schon so mancher Stürmer verzweifelt.  © Silas Stein/dpa
Joachim Löw hält an seinem Plan fest und beruft weiterhin junge Spieler.
Joachim Löw hält an seinem Plan fest und beruft weiterhin junge Spieler.  © Christian Charisius/dpa

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