Terroralarm! Rock am Ring vorerst abgebrochen

Das beliebte Festival "Rock am Ring" wurde wegen Terroralarm abgesagt.
Das beliebte Festival "Rock am Ring" wurde wegen Terroralarm abgesagt.  © DPA

Nürburg - Terroralarm bei Rock am Ring!

Wie der Veranstalter auf Facebook mitteilte, hat die Polizei aufgrund einer Gefährdungslage vorsorglich angewiesen, das dreitägige Festival zu unterbrechen.

"Deshalb wurden alle Besucher gebeten, das Festivalgelände kontrolliert und ruhig in Richtung Ausgänge und Campingplätze zu verlassen", heißt es in der Mitteilung.

"Hintergrund sind konkrete Hinweise, aufgrund derer eine mögliche terroristische Gefährdung nicht auszuschließen ist. Derzeit laufen Ermittlungen mit Hochdruck", teilte die zuständige Polizei in Koblenz am Abend mit.

Aufgrund des Anschlags auf das Ariana-Grande-Konzert in Manchester (TAG24 berichtete) hatte die Polizei das Sicherheitskonzept des Festivals, ebenso wie das des Partner-Festivals "Rock im Park" modifiziert. Rund 1200 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Der Abbruch erfolgte während des Auftritts der Rockband Broilers. Am Freitag sollten unter anderem Rammstein und Marteria auftreten. Ob das Festival fortgesetzt werden kann, ist derzeit noch unklar. Die Veranstalter hoffen jedoch, dass es am Samstag für die etwa 85.000 Besucher weitergehen kann.

Bereits im vergangenen Jahr musste das "Rock am Ring" vorzeitig abgebrochen werden (TAG24 berichtete). Damals waren schwere Unwetter Schuld. Ein Blitz, der am Freitag auf dem Gelände eingeschlagen war, hatte 80 Menschen verletzt.

Update, 21.45 Uhr:

Auf einer Pressekonferenz richtet der wutentbrannte Veranstalter Marek Lieberberg (71) deutliche Worte an die Journalisten. Der Zuschauerbereich sei am Freitagabend um 21.30 Uhr geräumt gewesen, eine halbe Stunde nach der Ankündigung der Unterbrechung, so Lieberberg. "Unser Publikum hat fantastisch reagiert", sagte Lieberberg weiter. Und tatsächlich: Videos in den sozialen Netzwerken zeigen die Massen, die ohne in Panik zu verfallen vom Gelände strömen. Währenddessen singen alle lautstark "You are not alone" oder "Eins kann uns keiner nehmen".

Lieberberg habe die Sicherheitsbehörden gebeten, die dreitägige Veranstaltung weiterlaufen zu lassen. Ein Polizeisprecher sagte dagegen am Abend, es gebe keinen konkreten Plan, "wann wir das Gelände wieder freigeben".

Update, 22.14 Uhr:

Trotz der Terrorwarnung beim Zwillingsfestival "Rock am Ring" gehen die Konzerte bei "Rock im Park" in Nürnberg weiter. Die Festivals gehen mit denselben Bands, aber in anderer Reihenfolge über die Bühne.

"Es gibt keine konkrete Gefährdungslage", sagte ein Sprecher des Veranstalters am Freitagabend. Kurz nach der Unterbrechung von "Rock am Ring" am Nürburgring in der Eifel durch die Polizei startete in Nürnberg das nächste Konzert der Toten Hosen - die Fans ließen sich in ihrer Feierlaune nicht beirren.

Update, 23.25 Uhr:

Laut Informationen der Bild sollen zwei verdächtige Personen von der Polizei vernommen worden sein, die als Mitarbeiter eines Subunternehmers auf dem Gelände vor Ort waren und angeblich salafistischen Hintergrund haben sollen.

Es soll Vermutungen gegeben haben, die Verdächtigen hätten auf dem Gelände etwas hinterlegt, eine konkrete Gefährdung soll es aber nicht geben.

"Wir können im Moment nichts sagen. Wir müssen die Ermittlungen sauber durchführen", sagte Polizeisprecher Lars Brummer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Frage, ob das geräumte Festivalgelände mit Spürhunden untersucht werde, antwortete der Sprecher: "Wir werden das Gelände in Augenschein nehmen. Zu Einzelheiten werde ich nichts sagen."

Veranstalter Marek Lieberberg lobte in einem Video auf Twitter erneut das Verhalten der Besucher. Laut Metal Hammer besprechen Veranstalter und Polizei derzeit das weitere Vorgehen und ob das Festival am Samstag fortgesetzt werden kann.

Titelfoto: DPA


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