Rocker-Affäre bei der Kieler Polizei: Kommt endlich Bewegung in die Ermittlungen?

Kiel – Die Vorwürfe reichen von Aktenmanipulation bis zum Mobbing. Ein "PUA" will mögliche Missstände bezüglich der sogenannten "Rocker-Affäre" (TAG24 berichtete) bei der Polizei in Schleswig-Holstein jetzt endlich aufklären.

Symbolbild – 2012 hieß es noch, dass Schleswig-Holstein sich auf einen dauerhaften Kampf gegen Rockerkriminalität einrichte. Der läuft scheinbar nicht so effizient wie erwartet.
Symbolbild – 2012 hieß es noch, dass Schleswig-Holstein sich auf einen dauerhaften Kampf gegen Rockerkriminalität einrichte. Der läuft scheinbar nicht so effizient wie erwartet.

Nach über einem Jahr ist die Beweisaufnahme endlich gestartet - mit der Vernehmung eines der Ermittlers.

Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss (PUA) zur Aufklärung der sogenannten Rocker-Affäre bei Schleswig-Holsteins Polizei hat erstmals einen Zeugen vernommen.

Vor den Abgeordneten schilderte einer der damaligen Ermittler am Montag seine Erinnerungen der damaligen Polizeiarbeit. "Viele Dinge liefen relativ schleppend." sagte der 49-Jährige.

Die Leitung der Sonderkommission "Rocker" habe relativ wenig Interesse am Fortgang gezeigt. "Ich hätte ein gesteigertes Interesse erwartet."

Kiel: Akten von Justiz und Polizei zur sogenannten Rockeraffäre bei der schleswig-holsteinischen Polizei werden im Innenministerium präsentiert.
Kiel: Akten von Justiz und Polizei zur sogenannten Rockeraffäre bei der schleswig-holsteinischen Polizei werden im Innenministerium präsentiert.  © DPA

Der Ausschuss will mögliche Missstände bei der Polizei aufklären, die im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Rockerkriminalität in früheren Jahren stehen. Der Ausschuss geht Vorwürfen der Aktenmanipulation, der Unterdrückung von Beweismitteln, des Drucks "von oben" bei der Polizei und des Mobbings nach.

Ausgangspunkt war die polizeiliche Aufarbeitung einer Messerstecherei in einem Schnellrestaurant in Neumünster im Jahr 2010 (sogenanntes Subway-Verfahren). Damals hatten Mitglieder der "Bandidos" Rocker der "Red Devils" angegriffen und zwei Männer schwer verletzt.

Die Polizisten, die als Zeugen vor dem Untersuchungsausschuss aussagen sollen, gehörten zum Ermittlerteam.

Die Beamten wurden versetzt, nachdem sie Aktenvermerke in der von Vorgesetzten eingeschränkten oder geänderten Form nicht akzeptieren wollten.

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