Nächste Panne beim LKA? Brisante Akten zur Rocker-Affäre verschwunden!

Kiel - Im Zusammenhang mit den Ermittlungen in der sogenannten Rocker-Affäre hat es offenbar eine weitere Panne gegeben.

Akten von Justiz und Polizei zur sogenannten Rockeraffäre werden im Innenministerium präsentiert. (Archivbild)
Akten von Justiz und Polizei zur sogenannten Rockeraffäre werden im Innenministerium präsentiert. (Archivbild)  © DPA

Damals hatten Mitglieder der "Bandidos" Rocker der "Red Devils" in einem Neumünsteraner Schnellrestaurant angegriffen und zwei Männer schwer verletzt (TAG24 berichtete).

Vertreter des Innenministeriums und des Landeskriminalamts konnten am Mittwoch aber nicht sagen, wo mehrere Kopien eines als vertraulich eingestuften Berichts von Beamten des Landeskriminalamts (LKA) Mecklenburg-Vorpommern geblieben sind.

Darin ging es im Auftrag des schleswig-holsteinischen LKA um Vorwürfe gegen Polizeiführer und die Ermittlungen zu der Rocker-Affäre aus dem Jahr 2010.

Verschwunden sei unter anderem die Berichtskopie des ehemaligen LKA-Chefs. Der hatte den Bericht bereits vor Jahren handschriftlich als "VS-Vertraulich" gekennzeichnet.

Der Bericht wurde bis zu einem Aktenvorlagebegehren des Innen- und Rechtsausschusses im Juni 2017 in einem Kellerraum in einem verschlossenen Aktenschrank der Personalstelle des LKA verwahrt. Der Zugang zu dem Schrank wurde jedoch nicht protokolliert.

Ein Untersuchungsausschuss will mögliche Missstände in der Polizei aufklären. Es geht um Vorwürfe der Aktenmanipulation, der Unterdrückung von Beweismitteln, Druck "von oben" bei der Polizei und Mobbing (TAG24 berichtete).

Beamte aus dem Nachbarland hatten Mobbing-Vorwürfe gegen zwei ehemalige Ermittler untersucht.

Die beiden Beamten waren 2010 gegen ihren Willen aus der Soko Rocker versetzt worden, weil sie Aktenvermerke in der von Vorgesetzten eingeschränkten oder geänderten Form nicht akzeptieren wollten.

Sie hatten darauf beharrt, dass auch der entlastende Hinweis zu einem damals in Untersuchungshaft sitzenden Rocker zu den Akten genommen wird. Im Untersuchungsausschuss hatten sie Vorwürfe gegen damalige Polizeiführer erhoben.

Titelfoto: DPA

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