Rocker-Präsident erteilte Befehl zum Angriff: Drei Männer verurteilt

Nürnberg - Im Prozess um einen brutalen Angriff auf eine neue Rocker-Gruppierung wird am Dienstag (11 Uhr) das Urteil vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth erwartet. Drei Männer müssen sich seit Mitte November vor der Strafkammer verantworten.

Die rockerähnliche Gruppe "United Tribunes" gab es bis 2016 auch in Leipzig. (Archivbild)
Die rockerähnliche Gruppe "United Tribunes" gab es bis 2016 auch in Leipzig. (Archivbild)  © DPA

Einer der Angeklagten - ein 51-Jähriger - soll die beiden anderen Beschuldigten im Alter von 24 und 55 Jahren angestiftet haben, eine Gruppe von Männern schwer zu verletzen, die in Schwabach eine regionale Untergruppe der "United Tribuns" gründen wollten. (TAG24 berichtete)

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Schlussvortrag sieben Jahre Haft für den Rädelsführer gefordert. Bei dem 24-Jährigen plädierte die Anklagevertretung auf fünf Jahre und zwei Monate Haft, bei dem 55-Jährigen auf sechs Jahre. Die beiden müssten wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen schuldig gesprochen werden. Alle Angeklagten sind Deutsche.

Die Verteidigung hielt dagegen deutlich niedrigere Strafen von nicht mehr als zwei Jahren auf Bewährung für den 24-Jährigen und den 55-Jährigen für angemessen. Der Anwalt des 51-Jährigen forderte Freispruch für seinen Mandanten.

Der 51-jährige soll Europapräsident der "United Tribuns" sein und die Gründung eines sogenannten Chapters in Schwabach abgelehnt haben. Laut Anklage beauftragte er die beiden anderen Angeklagten sowie zwei weitere Verdächtige, den Schwabachern sämtliche Utensilien abzunehmen und sie zusammenzuschlagen.

Ende Oktober 2017 prügelten und traten die vier beauftragten Schläger demnach in einem Tattoo-Studio, das als Clubheim dienen sollte, auf die Opfer ein. Gegen die zwei mutmaßlichen Schläger, denen nicht in Nürnberg der Prozess gemacht wird, läuft ein anderes Verfahren.

UPDATE 15 Uhr: Nach einem brutalen Angriff im Rocker-Milieu hat das Landgericht in Nürnberg zwei Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt. Wegen gefährlicher Körperverletzung erhielt ein 24-Jähriger am Dienstag 20 Monate Freiheitsstrafe, ein 55-Jähriger wegen Beihilfe und unerlaubten Waffenbesitzes 19 Monate. Bei einem dritten Angeklagten im Alter von 51 Jahren lautete das Urteil neun Monate Haft wegen unerlaubten Besitzes einer Maschinenpistole.

Der 51-Jährige soll Europapräsident der Rocker-ähnlichen Verbindung "United Tribuns" sein. Er war laut Anklage dagegen, dass eine Gruppe von Männern in Schwabach eine regionale Untergruppe der "Tribuns" gründet. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft beauftragte er die beiden anderen Angeklagten sowie zwei weitere Verdächtige, die Schwabacher zusammenzuschlagen. Im Oktober 2017 prügelten und traten die vier in einem Tattoo-Studio auf ihre Opfer ein.

Gegen zwei der mutmaßlichen Schläger, denen nicht in Nürnberg der Prozess gemacht wird, läuft ein anderes Verfahren in Österreich. Der 24-Jährige und der 55-Jährige sagten aus, dass die Gewalt von den beiden Österreichern ausging. Dies bestätigten die Geschädigten.

Da die Beweislage eher dünn war und die beiden Österreicher dem Landgericht nicht als Zeugen zur Verfügung standen, fielen die Strafen deutlich geringer aus als von der Staatsanwaltschaft gefordert: Die Anklage hatte sieben Jahre Haft für 51-Jährigen gefordert. Dass er die anderen Männer zu dem Angriff angestiftet hatte, konnte vor Gericht jedoch nicht nachgewiesen werden.

Für den 24-Jährigen hatte die Anklagevertretung auf mehr als fünf Jahre Haft plädiert, bei dem 55-Jährigen auf sechs Jahre - wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Alle Angeklagten sind Deutsche.

Der Prozess findet am Landgericht Nürnberg-Fürth statt. (Archivbild)
Der Prozess findet am Landgericht Nürnberg-Fürth statt. (Archivbild)  © DPA

Titelfoto: DPA


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