Lange Haftstrafen für Mordanschlag auf Hells-Angels-Boss gefordert

Hamburg - Mitten in Hamburg wird ein Rocker in seinem Auto angeschossen und beinahe getötet. Ein Racheakt? Das vermutet die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer vor Gericht.

Der Angeklagte Arasch R. redet vor dem Prozess mit seinem Verteidiger. (Archivbild)
Der Angeklagte Arasch R. redet vor dem Prozess mit seinem Verteidiger. (Archivbild)  © dpa/Christian Charisius

Im Prozess um die Schüsse auf den Rocker-Boss Dariusch F. auf St. Pauli hat die Anklage am Donnerstag lange Haftstrafen für die zwei Tatverdächtigen gefordert.

Geht es nach dem Willen der Staatsanwaltschaft, soll der 28 Jahre alte Angeklagte Arasch R. lebenslang hinter Gittern.

Für die 24-jährige Mitangeklagte Lisa S. beantragte die Behörde 14 Jahre Haft, wie Oberstaatsanwältin Nana Frombach mitteilte.

Die Frau habe sich des versuchten gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit vollendeter gefährlicher sowie schwerer Körperverletzung schuldig gemacht.

Der 28-Jährige sei wegen Anstiftung zum versuchten gemeinschaftlichen Mord in Tateinheit mit Anstiftung zur gemeinschaftlichen gefährlichen sowie schweren Körperverletzung zu verurteilen.

Der Rocker-Boss wurde am 27. August 2018 in diesem weißen Bentley in St. Pauli angeschossen. (Archivbild)
Der Rocker-Boss wurde am 27. August 2018 in diesem weißen Bentley in St. Pauli angeschossen. (Archivbild)  © dpa/Mücahid Güler

Auf den Rocker-Boss waren in der Nacht zum 27. August vergangenen Jahres fünf Schüsse abgegeben worden, als er mit seinem weißen Bentley vor einer Ampel am Millerntor hielt.

Dariusch F. wurde lebensgefährlich an Kopf und Oberkörper verletzt und ist seitdem querschnittsgelähmt.

Lisa. F. hat vor Gericht eingeräumt, dass sie den Wagen fuhr, aus dem heraus der Schütze auf den Hells Angel feuerte. Die 24-Jährige habe aber nicht gewusst, was der Unbekannte vorgehabt habe, als er bei ihr eingestiegen sei. Der Täter ist flüchtig.

Arasch R. gehörte einst den Mongols an, einer mit den Hells Angels verfeindeten Rocker-Gruppe. Zur Tatzeit saß er wegen Drogen- und Waffendelikten im Gefängnis.

Der Anschlag war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Racheakt. Gut zwei Jahre zuvor war das Paar Opfer eines ähnlich heimtückischen Überfalls im Stadtteil Schnelsen geworden.

Dabei waren die beiden Deutschen schwer verletzt worden, die Frau sogar lebensgefährlich. Diese Tat konnte bislang nicht aufgeklärt werden, aber die Angeklagten sollen den Hells Angel für das Verbrechen verantwortlich gemacht haben.

Die Verteidigung soll ihr Plädoyer am 29. Mai halten, die Strafkammer am Landgericht will ihr Urteil am 3. Juni verkünden.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Hamburg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0