Staatsanwalt prüft weitere Mord-Anklagen gegen Hells Angels

Leipzig - Nach dem Knallhart-Urteil im Leipziger Rocker-Prozess (TAG24 berichtete) drohen weiteren an der Schießerei auf der Eisenbahnstraße beteiligten Hells Angels Mord-Anklagen.

Nach der Schießerei auf der Eisenbahnstraße sitzen festgenommene Hells Angels mit gefesselten Händen in einer Parkanlage. Vier wurden bereits wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
Nach der Schießerei auf der Eisenbahnstraße sitzen festgenommene Hells Angels mit gefesselten Händen in einer Parkanlage. Vier wurden bereits wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.  © Ralf Seegers

Noch warten elf Höllenengel, die nach der blutigen Auseinandersetzung im Juni 2016 am Tatort festgenommen wurden, auf ihren Prozess. Und seit Dienstag dürften einige der Rocker unruhig schlafen. Denn die Verurteilung ihrer vier Kameraden zu lebenslanger Haft begründete das Landgericht mit einem "gemeinsamen Tatplan" mit konkreter "Tötungsabsicht".

Bislang wurde gegen die anderen Beteiligten nur wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Folgt die Staatsanwaltschaft nun aber der Argumentation des Landgerichts, dann wird es weitere Mord-Anklagen gegen Hells Angels geben. Zumindest gegen jene Rocker, denen der Staatsanwalt ein konkretes Angriffsverhalten nachweisen kann.

Eine Entscheidung werde nach Zustellung der schriftlichen Urteilsgründe erfolgen, erklärte der Sprecher der Anklagebehörde, Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz, gestern auf Anfrage. Die Behörde hatte bewusst den Ausgang des ersten Prozesses abgewartet, bevor sie über Anklagen gegen die anderen Hells Angels entscheidet.

Aus gleichem Grund sind laut Schulz auch die Ermittlungen gegen mehrere United Tribuns noch nicht abgeschlossen. Auch gegen sie wird bislang wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt.

Rocker-Staatsanwalt Guido Lunkeit prüft nach dem Knallhart-Urteil des Landgerichts, ob weitere Hells Angels wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt werden.
Rocker-Staatsanwalt Guido Lunkeit prüft nach dem Knallhart-Urteil des Landgerichts, ob weitere Hells Angels wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt werden.  © Ralf Seegers

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