Er fuhr trotz geschlossener Schranken: Nachtzug erfasst Radler

Polizei, Feuerwehr und Notarzt konnten in der Nacht nichts mehr für den 
Verunglückten (39) tun.
Polizei, Feuerwehr und Notarzt konnten in der Nacht nichts mehr für den Verunglückten (39) tun.  © Freiwillige Feuerwehr Zeithain

Röderau-Bobersen - Ungeduld kann dramatische Folgen haben: Es war am Bahnübergang an der Zeithainer Straße in Röderau-Bobersen nicht das erste Mal, dass ein Radler noch schnell und trotz geschlossener Halbschranke über die Gleise huschte.

Doch für diesen Mann (39) hatte es tödliche Folgen: Der Nachtfernzug „Euronight“ EN 477 Richtung Prag erfasste den Radler mit voller Wucht ...

Das Opfer hatte keine Chance. Noch bevor die kurz vor 21 Uhr alarmierte Feuerwehr am Unglücksort eintraf, war der Radler seinen schwersten Verletzungen erlegen. „Wir waren mit 30 Kameraden vor Ort“, sagt Raiko Riedel (43), Leiter der Ortsfeuerwehr Röderau. „Auch der Notarzt war da.“ Doch der konnte nur noch den Tod des Opfers konstatieren.

Die Feuerwehrmänner blieben vor Ort, um den Ermittlern der Bundespolizei die Unfallstelle auszuleuchten und die Evakuierung der 150 Zugpassagiere zu unterstützen. „Sie wurden mit dem Bus nach Dresden gefahren“, so der Wehrleiter. Bis ein Uhr nachts waren Ermittler und Feuerwehr an der Unfallstelle beschäftigt, dann konnte der Nachtzug aus Berlin seine Fahrt Richtung Dresden fortsetzen. Dort wurde ein anderer Zug bereitgestellt.

Der geschockte Lokführer, der den tödlichen Zusammenstoß nicht hatte verhindern können, war außerstande, die Fahrt fortzusetzen. Die Deutsche Bahn organisierte einen Ersatzmann.

An diesem Bahnübergang verlor der Radler sein Leben.
An diesem Bahnübergang verlor der Radler sein Leben.  © Ove Landgraf

Update, 2.11. 2017: Eine Familie berichtigt, dass die Passagiere allesamt mit dem Zug nach Dresden gefahren wurden. Stattdessen wurden (einige) der betreffenden Personen zwei Stunden am Bahnhof aufgehalten. Von dort ging es mit zwei Sonderbussen zum Bahnhof nach Glaubitz, wo Reisende gut 40 Minuten bei Regen und Sturm auf einen dort haltenden IC warten mussten.


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