Tornado zieht Spur der Verwüstung bei Aachen: Zahl der Verletzten steigt

Roetgen – Es war wohl ein Tornado, der in dem kleinen Ort Roetgen Dächer abgedeckt und die Bewohner erschreckt hat. Am Tag danach beginnen das Aufräumen und die Reparatur der beschädigten Häuser.

 Mitglieder der Feuerwehr stehen vor einem Haus, dessen Dach schwer beaschädigt wurde.
Mitglieder der Feuerwehr stehen vor einem Haus, dessen Dach schwer beaschädigt wurde.  © DPA

"Die Hauseigentümer werden ihre Schäden begutachten, vielleicht kommen auch schon Versicherungen", sagte der Roetgener Bürgermeister Jorma Klauss (SPD).

Der kurze, heftige Sturm hatte in dem Ort an der Grenze zu Belgien Dächer abgedeckt und rund 30 Häuser beschädigt. (TAG24 berichtete)

Zehn Häuser davon seien vorerst nicht mehr bewohnbar, hatte ein Sprecher der Feuerwehr-Einsatzleitung am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Zwei Häuser im Ort Roetgen hätten kein Obergeschoss mehr. Es habe einen Leichtverletzten gegeben, der vorsorglich mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht worden sei.

"Er ist durchgefegt, kurz und heftig", beschrieb der Feuerwehr-Sprecher das Naturereignis. Der Sturm habe sich danach schnell wieder verzogen. Schäden gebe es relativ konzentriert an zwei Straßen. Auch im Umland seien aber Bäume umgefallen. Durch umherfliegende Teile wurden Autos beschädigt.

In der Grundschule in Roetgen war am Mittwochabend eine Betreuungsstelle eingerichtet worden. Die Feuerwehr schätzte, dass etwa 30 Menschen vorübergehend eine andere Unterkunft brauchten.

Viele Menschen seien aber für die Nacht bei Bekannten untergekommen, berichtete der Bürgermeister. Außerdem habe ein Roetgener Hotelier für die Betroffenen kostenlos seine Zimmer angeboten. "Der Zusammenhalt ist mal wieder toll in unserer Gemeinde."

Update, 8.37 Uhr: Zahl der Verletzten steigt auf fünf

Das Sturmzentrum traf die Hauptstraße der Ortschaft, mehrere Häuser können vorerst nicht mehr bewohnt werden.
Das Sturmzentrum traf die Hauptstraße der Ortschaft, mehrere Häuser können vorerst nicht mehr bewohnt werden.  © DPA

Bei dem Tornado in der Eifel-Gemeinde Roetgen sind mehr Menschen verletzt worden als zunächst angenommen. "Fünf Menschen sind leicht verletzt worden, vier von ihnen wurden im Krankenhaus behandelt", sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstagmorgen.

Am Mittwoch hatten die Einsatzkräfte nur von einem Verletzten berichtet. Außerdem wurden nach Angaben der Feuerwehr bis zu 40 Häuser beschädigt, zehn davon seien derzeit unbewohnbar. Zunächst war von 30 betroffenen Häusern die Rede gewesen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte, dass es sich bei dem starken Unwetter in der Gemeinde mit rund 8500 Einwohnern um einen Tornado gehandelt hat. "Solche Windhosen sind zwar selten, können aber immer mal wieder aufkommen – selbst in Mitteldeutschland", sagte eine DWD-Sprecherin am Donnerstag.

Am Vormittag setzen 350 Einsatzkräfte die Aufräum- und Reparaturarbeiten fort. "Das ganze Ausmaß der Schäden wird jetzt erst deutlich. Aber hier hat jeder Roetgener geholfen, das war wirklich toll", sagte der Feuerwehrsprecher weiter. Viele Bewohner der beschädigten Häuser seien bei Bekannten untergekommen.

Was ist ein Tornado?

Unter Tornados verstehen Wetterkundler des Deutschen Wetterdienstes eine Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert und sich dabei unter einer tiefen Wolkenbasis befindet.

Weitere Voraussetzungen für das Entstehen sind laut DWD starke Temperaturgegensätze, aufsteigende Luft und die Zunahme der Windgeschwindigkeit. 2018 hatte der DWD deutschlandweit 17 nachgewiesene Tornado-Ereignisse registriert, davon 4 in NRW.

Die Dunkelziffer ist hoch, da Tornados nur durch Augenzeugen bestätigt werden können. Außerdem entstehen sie unvorhersehbar innerhalb weniger Minuten und sind oft ebenso schnell vorüber. Jeder Tornado ist gefährlich. Es kann dabei immer Todesopfer geben, warnen die Experten.

Dieses Haus wurde durch den Tornado in Roetgen komplett abgedeckt.
Dieses Haus wurde durch den Tornado in Roetgen komplett abgedeckt.  © DPA
Das Unwetter hatte am Mittwochabend eine Schneise der Verwüstung in Roetgen bei Aachen angerichtet.
Das Unwetter hatte am Mittwochabend eine Schneise der Verwüstung in Roetgen bei Aachen angerichtet.  © DPA

Titelfoto: DPA

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