Geld war für Flüchtlinge gedacht: Gauner zweigen etliche Millionen "für persönliche Zwecke" ab

Rom - Angebliche Wohltätigkeitsorganisationen mit Verbindung zur Mafia sollen in Italien öffentliche Gelder in Millionenhöhe für die Versorgung von Einwanderern abgeschöpft haben.

Ein Polizist der italienischen Guardia di Finanza (Finanzpolizei) sitzt vor einem Computer und prüft Steuererklärungen.
Ein Polizist der italienischen Guardia di Finanza (Finanzpolizei) sitzt vor einem Computer und prüft Steuererklärungen.  © Franco Silvi/dpa

Die italienische Finanzpolizei nahm elf Verdächtige unter dem Verdacht des Betruges und der Geldwäsche fest. Eine Person sei in Gewahrsam gekommen, fünf unter Hausarrest gestellt worden, teilte die Finanzpolizei am Dienstag mit. Fünf weitere dürfen ihren Wohnort nicht verlassen.

Nach Angaben der Polizei erhielten fünf Einrichtungen mit mutmaßlichen Verbindungen zur 'Ndrangheta zwischen 2014 und 2018 den Zuschlag für Verträge zur Aufnahme von Migranten in den Nordprovinzen Lodi, Parma und Pavia. Dafür seien 7,5 Millionen Euro geflossen, wovon die Verdächtigen 4,5 Millionen "für persönliche Zwecke" abgezweigt hätten.

Zudem bestehe der Verdacht, dass die 'Ndrangheta die Wohlfahrtsorganisationen nutzte, um Mitglieder aus dem Gefängnis zu holen, indem diese in den Zentren angestellt wurden.

In Italien ist es möglich, dass bestimmte Verurteilte ihre Haftstrafe außerhalb des Gefängnisses verbüßen, wenn sie sich dafür gemeinnützlich betätigen.

Die kalabrische 'Ndrangheta beherrscht einen großen Teil des internationalen Drogenhandels. In Italien bereichert sie sich auch mit Erpressung, Wucher und Geldwäsche.

Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini, der die Einwanderung begrenzen will, feierte am Dienstag auf Twitter den Polizeierfolg: "Weniger (Migranten-) Ankünfte und weniger Geld für Aufnahmeprofis: So sparen wir Geld, verteidigen Italien und investieren darin, mehr Polizei einzustellen. Die Party ist vorbei."

Das Foto der italienischen Finanzpolizei zeigt ein Schlauchboot mit mehr als 50 Flüchtlingen vor der Küste von Lampedusa.
Das Foto der italienischen Finanzpolizei zeigt ein Schlauchboot mit mehr als 50 Flüchtlingen vor der Küste von Lampedusa.  © EPA/ITALIAN FINANCIAL POLICE/HO/dpa

Titelfoto: EPA/ITALIAN FINANCIAL POLICE/HO/dpa

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