Prozess gegen Sea-Watch-Kapitänin Rackete verschiebt sich um Monate

Rom/Kiel - Kein Ende in Sicht! Das juristische Nachspiel für die deutsche Sea-Watch-3-Kapitänin Carola Rackete in Italien zieht sich hin.

Carola Rackete wurde von der italienischen Polizei abgeführt.
Carola Rackete wurde von der italienischen Polizei abgeführt.  © Pasquale Claudio Montana Lampo/ANSA/dpa

Die Staatsanwaltschaft in Agrigent werde voraussichtlich erst nach dem Sommer entscheiden, ob es zu einem Prozess kommen soll oder ob die Vorwürfe wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung fallen gelassen werden, sagte Staatsanwalt Salvatore Vella.

Die Vernehmung zu diesen Vorwürfen werde für den 18. Juli angesetzt.

Rackete sei frei und könne auch bis zu diesem Termin nach Deutschland zurückkehren, sagte Vella. Die im niedersächsischen Hambühren aufgewachsene 31-Jährige ist derzeit in Italien.

Die Kapitänin der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch war mit Dutzenden Migranten an Bord ohne Erlaubnis der Regierung in Rom in italienische Gewässer und in den Hafen von Lampedusa gefahren und festgenommen worden.

Eine Ermittlungsrichterin hatte zwar den Hausarrest aufgehoben. Rackete muss sich aber laut Verteidiger immer noch in der sizilianischen Stadt Agrigent wegen Vorwürfen der Beihilfe zur illegalen Einwanderung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gegen ein Kriegsschiff verteidigen.

Die zwei letztgenannten Vorwürfe werden laut Staatsanwalt Vella nicht bei der jetzigen Anhörung behandelt. Darum kümmere sich ein anderer Strafverfolger.

Die Kapitänin schaut an Bord der Sea-Watch-3 auf einen Monitor.
Die Kapitänin schaut an Bord der Sea-Watch-3 auf einen Monitor.  © Till M. Egen/Sea-Watch.org/dpa

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