Chirurg operiert Frau an der Wirbelsäule, der Grund ist unglaublich

Rostock - Ein Arzt soll in Rostock eine Patientin aus reiner Gewinnsucht operiert haben. Dem Neurochirurg wird vorgeworfen, die 54 Jahre alte Frau zu dem Eingriff überredet zu haben. Dieser ging zudem schief.

Ein Neurochirurg aus Rostock muss sich vor Gericht verantworten. (Symbolbild)
Ein Neurochirurg aus Rostock muss sich vor Gericht verantworten. (Symbolbild)  © dpa/Uwe Anspach

Der Mann muss sich deshalb wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung von Donnerstag an vor dem Landgericht in Rostock für die Tat verantworten. Konkret wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, die Patientin vor acht Jahren ohne medizinischen Grund und dazu auch noch fehlerhaft operiert zu haben.

Die Frau hatte nach einem Auffahrunfall im Jahr 2003 unter Nackenschmerzen gelitten. Der Neurochirurg fertigte im Rahmen der Behandlung Röntgenbilder an und untersuchte zudem das Hirnwasser der Geschädigten.

Obwohl die Untersuchungen keine Hinweise dafür lieferten, dass in der Tat Halswirbel beschädigt sein könnten, riet der Arzt der Frau, sich einer Operation zu unterziehen. Bei dieser sollten zwei Halswirbel versteift werden.

Nach dem Eingriff litt die Patientin dann jedoch unter erheblichen Schmerzen, konnte weder stehen noch sitzen und den Mund kaum noch öffnen. Zwei weitere Operationen verbesserten ihren Zustand nur teilweise. Noch heute leidet die Geschädigte unter den Folgen.

Die Staatsanwaltschaft vermutet hinter dem Handeln des Arztes, der wegen Abrechnungsbetrugs und Urkundenfälschung schon zu vier Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden war, finanzielle Interessen.

Mit der Halswirbel-Patientin einigte er sich zivilrechtlich bereits auf ein Schmerzensgeld in Höhe von 125.000 Euro. Trotz dieser Übereinkunft muss er sich nun strafrechtlich für den Eingriff verantworten.


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