Illegales Autorennen! Mehr als 100 Sportwagen brettern über die A20

Rostock - Großeinsatz für die Polizei im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern! Rund 140 Sportwagen, die mit Geschwindigkeiten von um die 250 Kilometer pro Stunde über die A20 rasen, sind ins Visier der Beamten geraten.

Die Teilnehmer der Rallye machten auf einem Rastplatz Pause und wurden von der Polizei kontrolliert.
Die Teilnehmer der Rallye machten auf einem Rastplatz Pause und wurden von der Polizei kontrolliert.  © Benjamin Vormeyer

Gegen Mittag gingen bei der Polizei erste Anrufe über die rasenden Sportwagen ein.

Nach einem anonymen Hinweis, seien bereits rund 40 Fahrzeuge bei der Raststätte Fuchsberg östlich von Wismar aus dem Verkehr gezogen worden, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock am Donnerstag.

Die Beamten zogen umgehend die Führerscheine und Fahrzeugpapiere ein. Nach Polizeiangaben durften die Fahrzeuge die Raststätte nicht verlassen und dort bleiben.

Es seien mobile und stationäre Kontrollstellen eingerichtet worden, ein Hubschrauber unterstütze die Aktion. Die Autos seien Richtung Osten unterwegs.

"Bisher ist es noch nicht zu einem Unfall gekommen." Es seien Polizisten beider Präsidien in Rostock und Neubrandenburg sowie der Bundespolizei im Einsatz. Woher die Autos kamen, war zunächst nicht bekannt.

Nach TAG24-Information sollen bereits bei Kiel acht Autos aus dem Verkehr gezogen worden seien.

Bei dem Autorennen soll es sich um die Eurorallye handeln, die von Oslo nach Prag führt.

Update, 17.30 Uhr

Wie die Polizei auf dem Rastplatz mitteilte, gehe sie nicht von einem Autorennen aus. "Die Beamten fanden den Konvoi bereits pausierend auf dem Rastplatz vor", erklärte Einsatzleiter Michael Harnack von der Autobahnverkehrspolizeirevieres Metelsdorf.

Die acht in Kiel sichergestellten Fahrzeuge hätten nach Polizeiangaben bauliche Veränderungen vorgewiesen. Die Fahrer und ihre Autos wurden mit der nächsten Fähre zurück nach Dänemark geschickt, wo bereits die dänische Polizei auf sie wartete.

Bei einem der Fahrer wurde ein Atemalkoholwert von 0,3 Promille festgestellt. Nach der Aufnahme einer Ordnungswidrigkeitenanzeige und einer Zahlung von 35 Euro konnte er seine Fahrt fortsetzen.

Ein Sprecher der skandinavischen Euroralley teilte mit: "Diese Ralley findet einmal jährlich statt. Wir sind von Oslo über Gothenburg, Kiel, Szczecin, Legnica nach Prag unterwegs. Es tut uns leid, wenn sich einige Autofahrer über unsere Fahrweise beschwert haben. Es entspricht nicht unserer Art Autofahrer zu nötigen oder zu gefährden."

Update, 17.46 Uhr

Die Polizei macht Nägel mit Köpfen! Alle 107 auf dem Rastplatz befindlichen Autos werden von der Polizei sichergestellt. Damit wollen die Beamten mögliche Straftaten und Gefahren unterbinden.

"Die Fahrer können sich ein Taxi nehmen und eine Unterkunft suchen", erklärte Stefanie Busch von der Polizeiinspektion Rostock auf TAG24-Nachfrage.

Ob die Inhaber ihre Autos am nächsten Tag wiederbekommen, sei nicht klar. Dies hänge nach Angaben der Sprecherin von den Ergebnissen der Untersuchung ab.

Update, 19.06 Uhr

Die Fahrt der Autoraser sollte sie am Donnerstag von Kiel ins polnische Stettin führen. Die Veranstalter der Eurorallye rechneten mit einer Fahrzeit von viereinhalb Stunden für die mehr als 400 Kilometer.

Die Lage an der Raststätte hat sich mittlerweile entspannt, die vorwiegend norwegischen Fahrer zeigten sich freundlich und zurückhaltend. Die Teilnehmer zahlen für den Trip bis zu 799 Euro. Da die Weiterfahrt durch die Polizei untersagt wurde, fällt die laut Internet angekündigte Party im "besten Nachtclub Stettins" aus.

Die Polizei sperrte den Rastplatz ab und kontrollierte die Fahrzeuge.
Die Polizei sperrte den Rastplatz ab und kontrollierte die Fahrzeuge.  © Benjamin Vormeyer

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