Unfall mit Riesen-Rohr im Rostocker Seehafen: Wer trägt die Schuld?

Rostock - Der Knall dürfte einigen noch in den Ohren liegen. Vor drei Monaten stürzte ein 800 Tonnen schweres Stahlrohr bei einem spektakulären Unfall im Rostocker Seehafen auf das Hafenpier. Ein Mitarbeiter wurde leicht verletzt.

Das 800 Tonnen schwere Stahlrohr krachte auf das Hafenpier.
Das 800 Tonnen schwere Stahlrohr krachte auf das Hafenpier.  © DPA

Doch auch nach einem Vierteljahr ist die genaue Unfallursache unklar. Wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Mittwoch erklärte, wurden inzwischen die Personalien aller Beteiligten ermittelt, die nun zu dem Vorfall befragt werden müssen.

Das riesige Stahlrohr, auf dem ein Offshore-Windrad montiert werden kann, sollte am 31. Oktober 2018 per Kran auf das Schiff gehievt werden und stürzte ab.

Das Unfallrohr ist etwa 100 Meter lang und hat auf der einen Seite einen Durchmesser von acht Metern. Beim Laden rutschte es nach Angaben der Polizei aus der schlaufenähnlichen Befestigung und stürzte auf das Schiffsdeck, die Ladung und das Hafenpier.

Ein Mitarbeiter wurde leicht verletzt, ein weiteres sogenanntes Mono-Pile-Rohr auf dem Schiff beschädigt. Der Schaden wurde auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt.

Nur zwei Tage nach dem Unglück wurde das Mega-Rohr in einer Nacht- und Neben-Aktion geborgen. Es wurde entlang des Piers gelagert (TAG24 berichtete).

Das rund 160 Meter lange Spezialschiff "Svenja" wurde leicht beschädigt, fährt inzwischen aber wieder mit Rohrladungen zu Windpark-Vorhaben der Auftraggeber.

Der Vorfall wird auch vom Bundesamt für Seeunfalluntersuchung unter die Lupe genommen. Möglich seien menschliches Versagen oder auch Materialfehler bei den Verlademitteln, sagte der Polizeisprecher.

Die Metallreverse, die die riesigen Seile hält, mit denen die Rohre in einer Schlaufe gehalten werden, sei geborgen worden und werde untersucht. Die beschädigten Unfallrohre seien unbrauchbar und lägen in Rostock.

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