Rot am See: 26-Jähriger tötet seine Eltern und weitere Familien-Angehörige

Schwäbisch Hall - Tödliche Schüsse in Rot am See (Baden-Württemberg)!

Sechs Menschen verloren in Rot am See ihr Leben.
Sechs Menschen verloren in Rot am See ihr Leben.  © Sebastian Gollnow/dpa

Wie Bernd Märkle, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen, gegenüber TAG24 berichtet, ging gegen 12.45 Uhr ein Notruf über Schüsse in der Bahnhofstraße.

Die Beamten rückten mit einem Großaufgebot aus. "Vor Ort konnten wir mehrere Verletzte und auch Tote vorfinden", so Märkle.

Wieviele Todesopfer es gibt, dazu gab es am Freitagnachmittag zunächst noch keine Informationen. Focus Online berichtete von möglicherweise sechs Toten.

"Wir haben einen Tatverdächtigen festgenommen", so Märkle weiter, "und wir gehen nicht davon aus, dass es weitere Täter gibt." Demnach habe es nach ersten Erkenntnissen ein "Beziehungsverhältnis" zu dem Festgenommenen gegeben.

Auch zu ihm waren zunächst keine näheren Informationen in Erfahrung zu bringen.

Derzeit sind Polizei und Rettungsdienste mit starken Kräften in der 5200-Einwohner-Gemeinde im Einsatz.

Update: 21 Uhr

56-Jährige soll zur Beerdigung ihrer Mutter unterwegs gewesen sein

Die Bild-Zeitung will Näheres zu der familiären Situation des Tatverdächtigen erfahren haben.

Demnach soll der Vater des 26-Jährigen die Gaststätte "Deutscher Kaiser" geführt haben, die Mutter habe von der Familie getrennt gelebt. Nach Informationen des Blattes sollen einige der Opfer aus der Nähe von Offenburg gestammt haben.

Die 56 Jahre alte Mutter war nach Bild-Angaben mit ihrer Tochter aus erster Ehe sowie zwei Enkelkindern am Tattag in Rot am See zu Gast, wohl um dort zu übernachten. Sie soll demnach auf dem Weg nach Ostdeutschland gewesen sein - zur Beerdigung ihrer Mutter.

Menschen haben Kerzen am Tatort aufgestellt.
Menschen haben Kerzen am Tatort aufgestellt.

Update: 19.22 Uhr

Bluttat in alteingesessener Familie

Die Stuttgarter Nachrichten melden, dass sich die Bluttat in einer alteingesessenen Familie aus Rot am See ereignet habe. Das Gasthaus diene abends als Treffpunkt für Sportler, sei erst frisch renoviert worden.

Zudem habe die Familie nebenbei einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb unterhalten.

Update: 19 Uhr

Termin beim Haftrichter

Nach Angaben der Deutschen Presseagentur soll der 26-jährige mutmaßliche Todesschütze am morgigen Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Update: 18.27 Uhr

Bei Verletzten handelt es sich um Mann und Frau

Beamte am Freitag in Rot am See.
Beamte am Freitag in Rot am See.  © Marijan Murat/dpa

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitagabend mitteilen, trafen die Beamten um 12.57 Uhr in der Bahnhofstraße ein.

"Auf telefonische Anweisung hin begab sich der Mann vor das Gebäude und ließ sich widerstandslos festnehmen", so die Ermittler. Bei den Getöteten handelt es sich demnach um den 65 Jahre alten Vater, die 56-jährige Mutter sowie zwei weitere Männer im Alter von 36 und 69 Jahren und zwei weitere Frauen im Alter von 36 und 62 Jahren, "die ebenfalls in einem noch nicht gänzlich verifizierten verwandtschaftlichen Verhältnis zum Beschuldigten stehen".

Außerdem wurden ein Mann und eine Frau durch Schüsse schwer verletzt; eine der Personen schwebt in Lebensgefahr. "In welchem Beziehungsverhältnis diese beiden auswärtigen Personen zum Tatverdächtigen stehen, ist Gegenstand der Ermittlungen", heißt es weiter. Sowohl der Beschuldigte als auch sämtliche Opfer haben die deutsche Staatsangehörigkeit.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurden bei dem Vorfall auch zwei Jugendliche im Alter von 12 und 14 Jahren, die ebenfalls mit dem mutmaßlichen Täter verwandt sind, bedroht, aber nach derzeitigem Kenntnisstand nicht körperlich verletzt. "Der Beschuldigte ist im Tatobjekt wohnhaft und strafrechtlich bislang noch nicht in Erscheinung getreten."

Er verfügte über einen Waffenschein und war damit nach derzeitigem Ermittlungstand legal im Besitz einer halbautomatischen Pistole, Kaliber 9 Millimeter. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Es waren etwa 100 Kräfte, sowohl von der Schutz- als auch von der Kriminalpolizei, im Einsatz.

Das Polizeipräsidium Aalen wurde durch Beamte des kriminaltechnischen Institutes vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg bei der Tatortarbeit unterstützt. Der Rettungsdienst befand sich mit rund 30 Einsatzkräften an der Tatörtlichkeit.

Zum Motiv und den Hintergründen der Tat liegen noch keine Erkenntnisse vor. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ellwangen und der Polizei dauern an.

Update: 18.07 Uhr

Innenminister Strobl spricht Angehörigen sein Mitgefühl aus

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat den Angehörigen der sechs Todesopfer in Rot am See sein Mitgefühl ausgesprochen.

Für die Einsatzkräfte sei es ebenfalls ein furchtbares, belastendes Ereignis gewesen, sagte Strobl am Rande einer CDU-Klausur am Freitag in Schöntal (Hohenlohekreis). Daher seien die Gedanken auch bei den Polizisten, die vor Ort gewesen seien.

Innenminister Thomas Strobl (CDU).
Innenminister Thomas Strobl (CDU).  © Bernd Weißbrod/dpa

Update: 17.07 Uhr

Täter rief Polizei an

Die Pressekonferenz hat begonnen.

Polizeipräsident Reiner Möller vom Polizeipräsidium Aalen berichtet, dass der Täter Um 12.48 Uhr die Polizei anrief und schilderte, dass er in Rot am See mehrere Menschen erschossen habe. Der Anrufer konnte in der Leitung gehalten werden. "Um 12.57 Uhr waren erste Kräfte vor Ort und konnten den Täter vor dem Objekt festnehmen."

Demnach ist der mutmaßliche Täter ein 26 Jahre alter deutscher Staatsangehöriger.

Sowohl im als auch hinter dem Gebäude in der Bahnhofstraße wurden sechs Leichen gefunden, drei Männer (36, 65, 69) und drei Frauen (36, 56, 62). Zudem gab es zwei Verletzte, eine Person schwebt in Lebensgefahr.

Desweiteren bedrohte der Mann zwei Jugendliche (12, 14) mit einer halbautomatischen Kurzwaffe. Die Kinder werden derzeit betreut.

Das Motiv ist unklar. "Wir gehen von einem Familiendrama aus", so Möller. Unter den Toten sind Vater und Mutter des 26-Jährigen und weitere Angehörige. "Die weiteren verwandtschaftlichen Verhältnisse werden noch geklärt."

Der 26-Jährige hat laut Möller einen Waffenschein als Sportschütze. Der Mann soll vernommen werden, sobald dessen Anwalt eintrifft.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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