Rot am See: Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes gegen 26-Jährigen erlassen

Rot am See - Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in Rot am See versuchen die Ermittler weiter herauszufinden, was den Schützen zu der Bluttat getrieben haben könnte.

Beamte am Freitag in Rot am See.
Beamte am Freitag in Rot am See.  © Marijan Murat/dpa

Der 26-Jährige sollte im Laufe des Samstags dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Sportschütze wird verdächtigt, am Freitagmittag in der kleinen Stadt im Nordosten Baden-Württembergs seinen Vater, seine Mutter und vier weitere Verwandte erschossen zu haben. (TAG24 berichtete)

Nach Angaben der Ermittler soll der junge Mann seine Opfer mit einer Pistole getötet und sich dann selbst bei der Polizei gemeldet haben. Beamte hatten den Verdächtigen kurze Zeit später vor dem Tatort - einem Gebäude mit einer Gaststätte - festgenommen.

Dort sei die Familie zusammengekommen, sagte ein Polizeisprecher. Einen Anlass nannte er nicht.

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Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) riet angesichts erster Forderungen nach einem schärferen Waffenrecht zu Besonnenheit.

"Das Waffenrecht ist vom Bundesgesetzgeber erst vor kurzem geändert, es ist verschärft worden", sagte er am Freitagabend am Rande der CDU-Klausur in Schöntal (Hohenlohekreis).

"Man muss sich jetzt ganz genau, sorgfältig und sorgsam anschauen, ob und wie man hier möglicherweise noch nacharbeiten muss."

Der mutmaßliche Schütze hatte laut Polizei bei seinem Anruf auf der Wache keinen Grund für seine Tat genannt.

Der 26-jährige Deutsche aus Rot am See habe eine Waffenbesitzkarte gehabt und selbst in dem Haus gelebt, in dem er die Tat verübt habe. Auch einige der Opfer hätten in dem Gebäude gewohnt.

Die Gemeinde Rot am See hat knapp 5400 Einwohner und liegt zwischen Crailsheim (Baden-Württemberg) und Rothenburg ob der Tauber (Bayern). Jährlich im Oktober findet dort die "Muswiese" statt, einer der ältesten und größten Jahrmärkte in Hohenlohe.

Rot am See: Angeschossener 68-Jähriger schwebt weiter in Lebensgefahr

Menschen haben Kerzen am Tatort aufgestellt.
Menschen haben Kerzen am Tatort aufgestellt.

Update 11.10 Uhr: Nach dem Verbrechen in Rot am See mit sechs Toten schwebt ein angeschossener 68-Jähriger weiter in Lebensgefahr.

"Er ist noch im selben kritischen Zustand", sagte ein Polizeisprecher am Samstag.

Eine 64-jährige Frau, möglicherweise die Frau des Schwerstverletzten, wird wegen leichterer Schussverletzungen im Krankenhaus versorgt.

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Der mutmaßliche Täter hatte am Freitag in dem kleinen Ort im Hohenlohischen sechs Verwandte erschossen, darunter seine Eltern, und danach die Polizei verständigt.

Er soll überdies zwei 12 und 14 Jahre alte Jungen mit seiner Pistole bedroht haben, die beiden blieben aber unverletzt. Sie seien in psychologischer Betreuung, sagte der Polizeisprecher.

Die Ermittler tappen bei der Suche nach Beweggründen im Dunkeln. "Wir haben keinerlei Hinweise auf ein Motiv."

Der Sportschütze, der sich bislang laut Polizei nicht zur Tat geäußert hat, sollte im Laufe des Samstags dem Haftrichter vorgeführt werden.

Rot im See: Haftbefehl gegen 26-Jährigen erlassen

Update 15.20 Uhr: Wie die Polizei am Samstagnachmittag mitteilte, erließ der zuständige Haftrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen den 26-Jährigen wegen sechsfachen Mordes und "versuchten Mordes in zwei Fällen."

Dieser wurde umgehend vollzogen, sodass sich der junge Mann inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt befindet. Er soll seine beiden Eltern, seine Stiefschwester, sowie eine Tante und einen Onkel getötet zu haben.

Beamte von der Spurensicherung gehen am Tatort ihrer Arbeit nach.
Beamte von der Spurensicherung gehen am Tatort ihrer Arbeit nach.  © SDMG/Kohls

Titelfoto: SDMG/Kohls

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