Streit um Rot-Weiß Erfurt eskaliert! Investoren zeigen Insolvenzverwalter an

Erfurt - Für Rot-Weiß Erfurt geht es in dieser Woche ums nackte Überleben und der Streit, um den Schuldigen im Fall der Zahlungsunfähigkeit scheint nun endgültig eskaliert zu sein.

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt kämpfte seit März 2018 um das Überleben des Vereins.
Insolvenzverwalter Volker Reinhardt kämpfte seit März 2018 um das Überleben des Vereins.  © Marcus Scheidel

Denn wie der MDR berichtet, haben zwei der drei neuen Investoren Strafanzeige gegen Insolvenzverwalter Volker Reinhardt gestellt. Die Generalstaatsanwaltschaft in Erfurt bestätigte, dass es "breitgefächerten Vorwürfen" gegen Reinhardt gebe.

Im Vorfeld hatte der Insolvenzverwalter den neuen Investoren die Schuld daran gegeben, dass unter anderem die Gehälter für den Dezember und die Stadionmiete nicht mehr gezahlt werden konnten. Reinhardt hatte daraufhin die Masseunzulänglichkeit des Vereins - die Insolvenz von der Insolvenz - angezeigt.

In einer Mitteilung am vergangenen Donnerstag hatte der Insolvenzverwalter zudem erklärt, dass der Hauptinvestor die Zahlungen blockieren. Am Montag führte er nun weiter aus, dass die "A.S.G.V. Grundbesitz und Verwaltung GmbH" (investierte 40 Prozent) aus Leipzig die Marken- und Namensrechte des Vereins auf sich habe übertragen wollen. Erst nachdem dies scheiterte habe der Investor seinen Rückzug über Dritte verkündet.

Die Investoren sehen das allerdings komplett anders, werfen Reinhardt vor, die geflossenen Gelder nicht für den Neuaufbau des Vereins, sondern für den Abbau von Altschulden genutzt zu haben. Und auch die Ausgliederung der RWE-Spielbetriebs-GmbH ist gescheitert, wie das Amtsgericht Jena bestätigte.

So sei das dafür notwendige Kapital nicht vorhanden gewesen, obwohl die Investoren im Vorfeld schon Geld gezahlt hatten - anscheinend aber zu wenig. Da es nun keine GmbH gibt, sind auch die Verträge mit den neuen Invesstoren hinfällig. Ohne neue Geldgeber bliebe dem Insolvenzverwalter nichts anderes übrig, als den Spielbetrieb der Regionalligamannschaft sofort einzustellen.

Die Staatsanwaltschaft prüft derweil die Vorwürfe gegen Reinhardt und seine strafrechtliche Verantwortung. Mindestens zwei Wochen sollen dafür eingeplant sein, erst danach kann entschieden werden, ob ein Ermittlungsverfahren eröffnet wird.

Cottbus-Einnahmen sollen an Spieler gehen

Um den Spielern wenigsten die Gehälter des Dezembers zahlen zu können, soll es laut Bild die Überlegung geben, dass neue Sponsoren die anfallenden Kosten für den Rückrundenstart am 1. Februar gegen den Tabellenersten Energie Cottbus übernehmen.

Die Einnahmen sollen dann dafür verwendet werden, den Spieler das Gehalt zu zahlen. Das Problem: Um die Personalkosten zu decken, müssen mindestens 10.000 Menschen ins Steigerwaldstadion kommen, zudem gibt es keine Garantie, dass der Verein das Spiel spielt, oder danach noch existiert.

Das Transferfenster schließt allerdings genau einen Tag vor dem Auftakt der Rückrunde. Die Spieler müssen sich also entscheiden, ob sie weiter auf RWE setzen wollen, oder einen Neuanfang in einem neuen Verein starten.

Titelfoto: Marcus Scheidel

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