Krise bei Rot-Weiß Essen! Traditionsklub verliert die Spitze aus den Augen

Essen - Dritte Pleite in Folge! Rot-Weiß Essen steckt in einer unerwarteten Krise. Der Traditionsverein aus der viertklassigen Regionalliga West hat vor der Saison kräftig aufgerüstet, um endlich den Sprung in die 3. Liga zu schaffen.

Ex-CFC-Kapitän Dennis Grote spielt mittlerweile bei Rot-Weiß Essen, wurde laut Titz im letzten Spiel aber nicht aufgestellt, weil er "einen Hänger" hat und deshalb eine Pause verordnet bekam.
Ex-CFC-Kapitän Dennis Grote spielt mittlerweile bei Rot-Weiß Essen, wurde laut Titz im letzten Spiel aber nicht aufgestellt, weil er "einen Hänger" hat und deshalb eine Pause verordnet bekam.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Davon ist RWE nach elf absolvierten Partien allerdings so weit entfernt wie nie zuvor in dieser Spielzeit.

Zwar steht die Mannschaft von Trainer Christian Titz mit 22 Punkten gar nicht mal schlecht da, doch die drei Niederlagen in Folge haben ihre Spuren hinterlassen.

Der frühere Trainer des Hamburger SV sagte niedergeschlagen auf der Pressekonferenz nach dem 0:1 am Freitag gegen Drittliga-Absteiger SC Fortuna Köln vor 10.095 Zuschauern im Stadion Essen: "Sie können sich vorstellen, dass wir alle hier nicht gut gelaunt sind."

Er bemängelte die Verspieltheit seines Teams, den fehlenden Mut und dass die wenigen Chancen nicht genutzt wurden.

Nach dem Rückstand sei seine Elf "sehr verunsichert" gewesen. Man habe "wenig zustandegebracht in der ersten Halbzeit".

Deshalb gab es auch erstmals deutliche Pfiffe von den Fans zu hören. Kein Wunder, verlor Rot-Weiß zuvor schon mit 2:3 bei Borussia Mönchengladbach II und kassierte am 11. Spieltag eine herbe 1:4-Heimpackung gegen den SV Verl, der in dieser Saison groß aufspielt und nun punktgleich mit dem SV Rödinghausen an der Tabellenspitze steht, aber eine Begegnung weniger absolviert hat.

Rot-Weiß Essen steht nach drei Niederlagen in Folge schon wieder unter Druck

RWE-Trainer Christian Titz steht nach drei Niederlagen in Folge trotz hervorragenden Saisonstart schon wieder unter Druck.
RWE-Trainer Christian Titz steht nach drei Niederlagen in Folge trotz hervorragenden Saisonstart schon wieder unter Druck.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Essen ist nun schon sieben Zähler hinter diesen beiden Teams, hat allerdings noch ein bzw. zwei Nachholspiele in der Hinterhand.

Doch so konstant, wie die beiden Überraschungsmannschaften punkten, dürfte es schwer werden, diesen Rückstand noch aufzuholen.

Dabei ist der Kader eigentlich stark genug für eine Trendwende. Mit Dennis Grote soll der letztjährige Kapitän des Chemnitzer FC, der gegen Köln aufgrund eines Leistungslochs nicht zum Einsatz kam, für Ordnung, Struktur und Kreativität im zentralen Mittelfeld sorgen.

An seiner Seite agieren der frühere Kieler Amara Condé und der einstige Lauterer Jan-Lucas Dorow.

Mit Innenverteidiger Marco Kehl-Gómez ist ein zweiter Ex-CFC-Kicker als Kapitän gesetzt. Dazu hat Titz mit Torjäger Oguzhan Kefkir, Offensivkracher Hamdi Dahmani und dem früheren RB-Talent Joshua Endres hochveranlagte Akteure in seinen Reihen, von denen viele bereits höherklassig erprobt sind.

Gerade deshalb ist die momentane Lage fast schon skurril. Denn RWE gewann acht der ersten neun Begegnungen, holte ein Unentschieden und triumphierte im Niederrheinpokal mit 2:1 gegen Drittligist KFC Uerdingen.

Alles deutete also auf einen anhaltenden Lauf hin. Nun muss Essen schnellstmöglich wieder in die Spur finden, um die großen Ziele nicht frühzeitig zu verfehlen. Am kommenden Samstag ist der Druck groß: Denn beim Tabellenvorletzten SV Bergisch Gladbach 09 ist ein Sieg Pflicht!


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