Schummel-Skandal an Polizei-Hochschule: Wöller fordert Aufklärung

Rothenburg (Sachsen) - Der Schummel-Skandal an der sächsischen Polizei-Hochschule in Rothenburg (TAG24 berichtete): Ein Team von Sachverständigen soll nun die Vorwürfe rund um die Manipulation von Prüfungen unter die Lupe nehmen.

Dachsen Innenminister Roland Wöller (CDU) äußert sich vor Journalisten zu den bekannt gewordenen Betrugsversuchen an der Polizeihochschule Rothenburg.
Dachsen Innenminister Roland Wöller (CDU) äußert sich vor Journalisten zu den bekannt gewordenen Betrugsversuchen an der Polizeihochschule Rothenburg.  © Monika Skolimowska/dpa

Das kündigte Innenminister Roland Wöller (48, CDU) am Donnerstag an. Er wolle eine genau und umfassende Aufklärung.

"Gerade beim Führungsnachwuchs der Polizei kommt es auf innere Haltung und Charakter an. Mitarbeiter und Studenten an der Hochschule der Polizei sind in ganz besonderem Maße an Recht und Gesetz gebunden", so Wöller.

Die Experten sollen alle Abläufe und das Prozedere prüfen. "Mein Ziel ist es, dass dieser Sachverständige und sein Team bereits im November mit der Arbeit beginnen und wir im Frühjahr 2019 seinen Bericht vorliegen haben."

Wie berichtet, soll ein Mitarbeiter der Hochschule Studenten erlaubt haben, Prüfungsaufgaben abzufotografieren. Sie wurden dann im Internet 170 Studenten zugänglich gemacht. 17 Studenten konnten deswegen im September nicht wie geplant zu Kommissaren ernannt werden. Schon beim vorherigen Jahrgang soll bei Prüfungen gemauschelt worden sein.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Verletzung von Dienstgeheimnissen führt die Staatsanwaltschaft Görlitz, auch das Landeskriminalamt ist eingeschaltet. Derzeit wird nur gegen den Mitarbeiter der Hochschule ermittelt, so Staatsanwalt Till Neumann (56).

Werden die Ermittlungen auch auf Studenten ausgeweitet? "Der Umfang ist noch völlig unklar", so Neumann.

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa

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