15-Jährige wird vergewaltigt und bekommt Baby: Jahre später geht der Horror weiter

Rotherham/England - Es ist ein ernster Hilferuf, den Sammy Woodhouse kürzlich auf der Plattform Twitter veröffentlichte. Die heute 33-Jährige hat einen langen Leidensweg hinter sich.

Sammy Woodhouse will nicht, dass ihr Peiniger ihren Sohn kennenlernen darf.
Sammy Woodhouse will nicht, dass ihr Peiniger ihren Sohn kennenlernen darf.  © Screenshot Twitter

Mit 15 Jahren wurde sie vergewaltigt. Sie war eines von vielen Opfern des organisierten Missbrauchs von 1987 bis 2003. Einem Untersuchungsbericht zufolge, sollen mehr als 1400 Minderjährige im englischen Rotherham sexuell missbraucht worden sein.

Die Täter: Allesamt Mitglieder einer Gang aus Pakistan. Erst Jahre später kam es bei den meisten von ihnen tatsächlich zu einer Verurteilung.

Der Anführer der Gang, Arshid Hussain, war der Peiniger der Frau. Er missbrauchte sie. Daraus entstand ein Baby. Sammy Woodhouse empfing einen Sohn, den sie bis heute liebevoll großzog.

Die ganze Sache zu verarbeiten, hat vermutlich Jahre gedauert. Zumindest bis sie an einem Punkt ankam, wo sie anfangen konnte, damit irgendwie zu leben.

Doch genau jetzt haben die Behörden der Frau ein Anliegen unterbreitet, das sie fassungslos macht. Denn: Dem Vater des Sohnes wurde im Gefängnis nahegelegt, im Leben des Kindes eine Rolle zu spielen. Eine Prozedur, die es in England wohl häufiger gibt, berichtet der Stern.

Doch mit diesem Schicksal will sich die 33-Jährige nicht anfreunden. Und startete auf Twitter den Hilferuf.

Mit 15 Jahren wurde die Engländerin vergewaltigt. (Symbolbild)
Mit 15 Jahren wurde die Engländerin vergewaltigt. (Symbolbild)  © DPA

In einem Video, das bereits über 15.000 mal geteilt wurde, prangert die Mutter die Entscheidung der Behörden an. Es könne nicht sein, dass dem Mann, der sie vergewaltigt hat, nun angeboten wird, Elternrechte zu beantragen.

Da so etwas im ganzen Land immer wieder passiert, hat die Frau nun eine Petition ins Leben gerufen, um den Riegel vor solche Entscheidungen zu schieben.

Auf "change.org" sammelt die Mutter unter dem Titel "Verhindern Sie, dass Vergewaltiger Zugang zu ihren Kindern haben können" nun Unterschriften. Bereits über 350.000 Leute folgten dem Aufruf und unterschrieben.

Und es sieht gut aus! Nachdem der Stadtrat zunächst den Vorgang verteidigte, da man ja "nur nach dem Gesetz handeln würde", räumt die Justiz selbst inzwischen gewisse Mängel ein. Demnach will das Ministerium das erschütternde Thema anbringen und "Versäumnisse aufarbeiten".

Für Sammy Woodhouse könnte der Alptraum also doch irgendwann ein Ende haben. Nämlich dann, wenn sie ihren Sohn aufziehen kann, ohne dass ihr Vergewaltiger noch eine Rolle in ihrem Leben spielen muss.

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