Dreifachmord: Was hält der Psychiater vom 41-Jährigen?

Rottweil - Im Prozess nach dem Familiendrama von Villingendorf (Kreis Rottweil) mit drei Toten wird am Montag das Gutachten eines Psychiaters über den mutmaßlichen Mörder erwartet.

 Der Angeklagte vor Gericht.
Der Angeklagte vor Gericht.  © DPA

Das teilte das Landgericht Rottweil mit. Wie der Sachverständige den 41-jährigen wegen Mordes Angeklagten einschätzt, kann Auswirkungen auf das Urteil haben. Es wird nach Angaben des Verteidigers Bernhard Mussgnug um die Frage gehen, in welchem psychischen Zustand der Mann die Tat begangen hat. "Der Fall wird vom Gutachter entschieden", hatte Mussgnug im Mai am Rande des Verfahrens gesagt. Am Tatablauf gebe es auch aus Sicht der Verteidigung keine Zweifel.

Der Angeklagte soll seinen Sohn am Tag seiner Einschulung im Herbst 2017 erschossen haben. Auch auf den neuen Freund seiner Ex-Partnerin sowie dessen Cousine soll er tödliche Schüsse abgefeuert haben. Er legte Ende Mai ein Geständnis ab und sagte, er sei nicht er selbst gewesen, sondern habe "wie ein Roboter" gehandelt.

Möglicherweise werden am Montagnachmittag auch erste Plädoyers gehalten. Das seit März laufende Verfahren ist bis zum 26. Juni terminiert.

UPDATE: 11.07 Uhr

Therapeuten haben dem Angeklagten eine schwierige Persönlichkeit bescheinigt. Der heute 41-Jährige habe bei einer Suchttherapie 2012 auf den ersten Blick selbstsicher gewirkt, berichtete etwa ein behandelnder Pädagoge am Montag am Landgericht Rottweil. Wenn die Persönlichkeit des Mannes in Frage gestellt werde, reagiere er mit heftigem Affekt und einer narzisstischen Wut, notierte er damals über den Angeklagten.

Ein weiterer Psychologe berichtete, der Mann habe gewusst, dass er seine aggressiven Impulse unter Alkohol nicht unter Kontrolle habe. Zur Behandlung 2012 war es gekommen, weil der heute 41-Jährige betrunken seine Partnerin geschlagen hatte.

Villingendorf im vergangenen Herbst: Die Leiche eines Opfers wird abtransportiert.
Villingendorf im vergangenen Herbst: Die Leiche eines Opfers wird abtransportiert.  © DPA

Titelfoto: DPA


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