Familiendrama von Villingendorf: Mutter des ermordeten Jungen sagt aus

Rottweil - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Dreifach-Mörder von Villingendorf sagt am heutigen Dienstag voraussichtlich dessen überlebende Ex-Freundin und Mutter des getöteten Kindes aus.

Der Angeklagte im Prozess um einen Dreifach-Mord (M) wird im Landgericht im Gerichtssaal von Justizbeamten an seinen Platz geführt. (Archivbild)
Der Angeklagte im Prozess um einen Dreifach-Mord (M) wird im Landgericht im Gerichtssaal von Justizbeamten an seinen Platz geführt. (Archivbild)  © DPA

Das teilte das Landgericht Rottweil mit. Der Angeklagte hat die Tat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft geplant, um der 31-jährigen Frau nach der Trennung das Leben zur Hölle zu machen.

Er soll am Abend des 14. September 2017 den gemeinsamen Sohn, der an diesem Tag eingeschult worden war, erschossen haben.

Außerdem wird ihm vorgeworfen, den neuen Freund (34) der Frau und dessen Cousine (29) getötet zu haben. Die Ex-Partnerin und Mutter des Kindes konnte fliehen und die Polizei rufen.

Die Frau sei die einzige überlebende Augenzeugin der Tat und sei eine Kernzeugin im Prozess, sagte Verteidiger Bernhard Mussgnug.

Für Dienstag ist zudem die Ex-Ehefrau des Angeklagten als Zeugin geladen. Der Prozess ist zunächst bis zum 26. Juni terminiert.

UPDATE: 11 Uhr

Die Ex-Frau des mutmaßlichen Dreifach-Mörders hat vor Gericht von Tötungsfantasien des 41-Jährigen erzählt. "Er hatte diese verrückten Fantasien im Kopf, Leute umzubringen, fertigzumachen", berichtete die Frau aus der von 2002 bis 2011 dauernden Ehe am Dienstag am Landgericht Rottweil. Sie hat zwei Kinder mit ihm. Die Aggression habe sich auch gegen sie gerichtet: Er habe sie geschlagen, sie zu einem Sprung vom Balkon zwingen wollen. Nach neun Jahren Ehe - "das war echt die Hölle" - habe sie sich in ein Frauenhaus geflüchtet.

Daraufhin habe der Angeklagte ihr und den Kindern in verschiedenen grausamen Versionen mit dem Tod gedroht. "Ich habe ihn ernst genommen, er ist einer, der so was machen kann", sagte die Frau vor Gericht. Sie legte sich eine neue Telefonnummer zu und zog nach Bayern, lebte aber dennoch in Angst, dass er sie finden könnte.

Titelfoto: DPA


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